Billens

Ehem. polit. Gem. FR, Glanebez. (seit 1848), seit 1998 polit. Gem. B.-Hennens. An der Kantonsstrasse Romont-Lucens gelegen. 1155 Bitlens. 1811 157 Einw.; 1850 174; 1900 264; 1950 399; 1990 410. Die im 15. Jh. erw. Burg der Herren von B. wurde nach 1718 zerstört. Ein neues, ausserhalb des Dorfes erbautes Schloss wurde 1864 dem Staat Freiburg vermacht und fortan als Bezirkshospiz verwendet. Seit 1937 dient es als Spital, das der Region viele Arbeitsplätze verschafft. Die Herrschaft der adligen Fam. von B. (12.-15. Jh.), Vasallen der Bf. von Lausanne, dann des Hauses Savoyen, umfasste das Gebiet der heutigen Gem. und bis 1239 auch den Hügel von Romont. Sie ging 1365 durch Heirat in den Besitz der Gf. von Greyerz über und wurde vor 1402 in die Herrschaft Palézieux eingefügt. 1402 ging sie durch Kauf an Richard d'Illens, dann wurden die Zinsen und Abgaben Michel de Fer überlassen. Vom ausgehenden 15. Jh. an wechselte sie bis 1648 mehrmals die Besitzer, um danach bis 1798 im Besitz der de Gottrau zu verbleiben. Von 1536 an gehörte B. zur Vogtei, 1798-1848 zum Distrikt Romont. Die Pfarrei, 1228 erw., umfasst auch Hennens. Das Kollaturrecht gehörte der Fam. B. und den ihr folgenden Inhabern der Herrschaft B.; es wurde 1826 der Pfarrei überlassen. Die Kirche Saint-Maurice wurde 1659 vergrössert und 1827-31 umgebaut. Das Gewerbe umfasste im 19. Jh. Mühlen und Sägereien. Die Gem. ist, unter Wahrung ihres ländl. Charakters, zu einem Vorort von Romont geworden.


Literatur
– Dellion, Dict. 2, 133-157
– P. de Zurich, «Histoire de la seigneurie de B.», in ZSG 2, 1922, 145-182
– B. de Vevey, Châteaux et maisons fortes du canton de Fribourg, 1978, 40-46

Autorin/Autor: Marianne Rolle / AA