Buchsgau

Der B. umfasste nach der Marchenbeschreibung von 1428 das Gebiet zwischen Jura und Aare von der Siggern bei Flumenthal abwärts bis Erlinsbach, entsprechend den ehemaligen solothurn. Vogteien Gösgen, Bechburg und Falkenstein sowie dem bern. Bipperamt. 1040 in comitatu Buxcouue. Der 1080 bezeugte comitatus nomine Härichingen [Härkingen] in pago Buhsgowe zeigt, dass im 11. Jh. innerhalb des B.s. kleine Gerichtsbezirke mit Grafschaftsrechten existierten. Die Landgrafschaft, die die hohe Gerichtsbarkeit und Regalien beinhaltete, erscheint im 14. Jh. als Lehen der Bf. von Basel. Lehensträger waren die Gf. von Frohburg, dann Neuenburg-Nidau, Kyburg, Thierstein und die Herren von Falkenstein. 1426 ging die Landgrafschaft durch Kauf an die Städte Bern und Solothurn über. Zwischen der Siggern und Olten nahmen diese die landgräfl. Rechte bis zur Teilung von 1463 gemeinsam wahr, im übrigen Gebiet fielen sie an Solothurn. Das Dekanat B. war Teil des Bistums Basel.


Literatur
– A. Kocher, «Der B.», in JbSolG 39, 1966, 5-211
– K.H. Flatt, Die Errichtung der bern. Landeshoheit über den Oberaargau, 1969, 229 f.
HS I/1, 268 f., 306, 350
– M. Schaab, «Landgrafschaft und Grafschaft im Südwesten des dt. Sprachgebiets», in ZGO 132, 1984, 39-50
– H. Hoffmann, «Grafschaften in Bischofshand», in DA 46, 1990, 385, 461

Autorin/Autor: Rudolf Gamper