13/11/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Landshut

Burg in der Gem. Utzenstorf BE. Ma. Herrschaftssitz, im SpätMA Zentrum der Herrschaft L., 1514-1798 bern. Landvogtei. Die 1009 erw. Grafschaft Utzenstorf (comitatus Uranestorfus), die vom Oberaargau bis ins Seeland reichte, war Teil des hochburgund. Königreichs. Die in der 2. Hälfte des 12. Jh. erbaute zähring. Burg, vielleicht Ersatz für einen hochburgund. Vorgängerbau, war Sitz der Herren von Uzansdorf (1175-1323); sie wurde unter den Gf. von Kyburg im 13. Jh. ausgebaut. 1253 erstmals als Landeshuothe bezeichnet, war L. Zentrum des kyburg. Amtes Utzenstorf mit Grundbesitz in der Umgebung, u.a. in Utzenstorf und Bätterkinden (Urbar 1261-63). Nach der Zerstörung im Gümmenenkrieg 1332 durch Bern und Solothurn wurde die Burg wieder hergestellt. Ab Ende des 14. Jh. verpfändeten die Kyburger Herrschaftsteile an versch. Gläubiger. Der Bernburger Rudolf von Ringoltingen kaufte diese sukzessive auf (1406, 1413-18) und vereinte sie zur spätma. Herrschaft L. mit allen Gerichten und eigenem Banner (1419). Hier übertrug Thüring von Ringoltingen um 1456 die "Melusine" auf Deutsch. Ab 1413 beanspruchte Bern das hohe Gericht (Vogtei Wangen). 1479 erwarb Ludwig von Diesbach die Herrschaft, die 1510 (Gericht Bätterkinden mit Aefligen und Schalunen) und 1514 (Utzenstorf, Wiler, Schloss L.) an Bern verkauft wurde. Die Stadt richtete die Landvogtei L. ein (neu mit Zielebach). Nach deren Aufhebung 1798 kam das Gebiet zum Distrikt Burgdorf, 1803 zum Amt Fraubrunnen. Das Wasserschloss L., Sitz des Landvogts, wurde 1624-30 auf alten Fundamenten neu erbaut (1812-15 Umbau zum Landsitz). 1812 verkaufte der Staat Bern Schloss und Domäne an Rudolf Niklaus von Wattenwyl. 1846 gelangten diese in den Besitz der Bernburgerfam. Sinner. Ab 1895 wechselten die Besitzer, bis das Schloss 1925 an die Kaufmannsfam. Rütimeyer in Alexandria kam. Diese trat es 1958 dem Kt. Bern ab, der es anschliessend renovieren liess. Das Schloss L., seit 1988 eine Stiftung, beherbergt Interieurs aus dem 17. Jh. sowie das Schweizer Museum für Wild und Jagd.


Literatur
– H.-J. Steiner, Schloss L. und die umliegenden Dörfer Bätterkinden, Utzenstorf, Wiler und Zielebach, 1980
– P. Lüps, 30 Jahre Schloss L., 1998

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler