• <b>Grasburg</b><br>Die Burgruine um 1660. Aquarell mit Federkonturen von  Albrecht Kauw (Bernisches Historisches Museum) © Foto Stefan Rebsamen.

Grasburg

Ma. Burg in der Gemeinde Schwarzenburg BE, sowie Herrschaft. 1223 Grasburc. 1310-1423 war die Burg savoyisch; 1423-1575 diente sie als Amtssitz der bern.-freiburg. Herrschaft. Die noch als Ruine imposante Burganlage mit Vorburg, Hauptburg und Haupthof auf einem Sandsteinsporn über der Sense entstand wie andere Reichsfesten der Sense-Saane-Linie (Laupen, Gümmenen) vermutlich in burgund. oder zähring. Zeit. Eventuell bestand eine hölzerne Vorgängerburg; die frühesten Mauerreste datieren aus dem 11. oder 12. Jh.

<b>Grasburg</b><br>Die Burgruine um 1660. Aquarell mit Federkonturen von  Albrecht Kauw (Bernisches Historisches Museum) © Foto Stefan Rebsamen.<BR/>
Die Burgruine um 1660. Aquarell mit Federkonturen von Albrecht Kauw (Bernisches Historisches Museum) © Foto Stefan Rebsamen.
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Die Burg mit Herrschaft zwischen Sense und Schwarzwasser (1306 Undernwassern) im Umfang des Amtsbez. Schwarzenburg wurde durch königl. Beamte (1223 Ritter von G., 1239 Schultheiss von G.) verwaltet. Sie kam zu unbekannter Zeit als Reichslehen an die im Sense-Saane-Raum etablierten Kyburger. Nach deren Aussterben 1263/64 setzte sich Habsburg im Kampf um das Kyburger Erbe gegen Savoyen durch und wurde Lehensträger. Zur Verwaltung der G. setzte Habsburg freiburg. Ritter aus den Fam. von Maggenberg, de Corbières und de Vuippens als Reichsvögte ein, die teils als Pfandinhaber auf der G. eigene Burgsässe bauten. 1310 verpfändete der dt. Kg. Heinrich VII. die G. an Amadeus V. von Savoyen. Als savoy. Lehen wurde sie unterverpfändet (1323-56, 1399-1407) oder von Kastellanen aus freiburg. oder waadtländ. Ritterfamilien verwaltet, die über ihr Amt Rechnung ablegten (vorzügl. Quellen, u.a. zur Baugeschichte). Die abgelegene Lage und der sukzessive Verfall der G. bewogen Savoyen, Burg und Herrschaft 1423 den Städten Bern und Freiburg zu verkaufen, die eine gemeinsame Herrschaft errichteten. Hohe Bauauslagen (Restaurierungen u.a. 1484-86, 1542-45) nötigten 1575 zur Aufgabe der G. als Amtssitz zu Gunsten des teils aus Material der G. erbauten Vogteischlosses im Dorf Schwarzenburg. Die Ruine ging 1803 an den Staat Bern über, kam 1845 in Privatbesitz und 1894 an die Stadt Bern und wurde seitdem mehrfach, zuletzt 1984-86, baulich gesichert.


Literatur
– B. Schmid, F. Moser, Die Burgen und Schlösser des Kt. Bern, Mittelland, Emmental und Oberaargau, Tl. 1, 1942, 90 f.
– W. Kohli Verwaltung und Recht der gemeinen Herrschaft G.-Schwarzenburg, 1423-1798, 1939

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler