08/07/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken

Büren (BE)

Herrschaft im 12.-14. Jh., bern. Landvogtei 1388-1798, ab 1803 Oberamt, seit 1831 Amtsbez. BE. Der heutige Amtsbez. erstreckt sich zwischen dem Amtsbez. Nidau und dem Kt. Solothurn links und rechts der Aare bis zum Jurakamm bzw. ins Limpachtal. In diesem Raum befand sich die hochma. Herrschaft der Frh. von Strassberg (1181 erw.) mit Stammsitz auf dem Städtiberg oberhalb des späteren B. an der Aare. Nach dem Aussterben der Strassberger gelangte die Herrschaft vor 1225 an das Grafenhaus Neuenburg-Nidau, 1246 an die Linie Strassberg-B. Unter dieser kam es durch Verpfändungen und Erbgeschäfte innerhalb der Fam. zu wechselvollen Herrschafts- und Lehensansprüchen. Geldnot zwang Imer von Strassberg 1345 u.a. zur Verpfändung der Herrschaft an Solothurn. Nach Imers Tod 1364 übernahm sie Gf. Rudolf von Nidau als Lehen. Nachdem er bei der Verteidigung von B. an der Aare gegen die Gugler 1375 gefallen war, kam die Herrschaft als Erbe an die Gf. von Kyburg. Mit Verkäufen und Verpfändungen an Österreich (1379) und an Enguerrand de Coucy (1387) setzten die Kyburger das Städtchen B. bern. Belagerungen (1386) und schliesslich (1388) dem Fall aus. Die Eroberer Bern und Solothurn verwalteten die Herrschaft bis zur Teilung der Interessen 1393 gemeinsam. An Bern fiel der Grossteil mit dem Hauptort B. an der Aare. Dieser wurde Zentrum der daraus geschaffenen Landvogtei und behielt diesen Rang im helvet. Distrikt B. (1798-1803) wie auch im Oberamt bzw. Amtsbez. B. bei. Sitz des Landvogts und ab 1803 der Amtsbehörde ist das 1620-25 erbaute Schloss an der Hauptgasse. Der Amtsbez. B. ist heute mit 14 Gemeinden einer der mittelgrossen, aber flächenmässig kleineren des Kt. Bern.


Literatur
– M. Gribi, B. an der Aare, 1988
Bärner Visite - A la rencontre des districts, 1991

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler