• <b>Brandis</b><br>Das Schloss Mitte des 17. Jahrhunderts. Aquarell von  Albrecht Kauw (Bernisches Historisches Museum) © Foto Stefan Rebsamen.

Brandis

Burg in der polit. Gem. Lützelflüh BE, Freiherrschaft und 1607-1798 bern. Landvogtei. Die Stammburg der Herren B. oberhalb des Lützelflühschachens ist 1250 erstmals erwähnt. Zur Herrschaft (Teil des Landgerichts Ranflüh) gehörten Grund-, Niedergerichts- und Kirchenrechte in Lützelflüh, Rüegsau und im oberen Bigental (Obergoldbach), ferner Streubesitz im Emmental sowie die Kastvogtei der Klöster Trub (bis 1462) und Rüegsau. Nachdem die Frh. von B. im 15. Jh. durch Heirat weitere Herrschaften und Ämter im Dienste Österreichs erlangt hatten, kam B. 1441 an Ludwig von Diesbach, 1447 an Bern, 1455 an Kaspar von Scharnachtal und 1482 über Erbgänge an savoy. Herren (von Pesmes, von Montmajor). Bern wertete als Landesherr die Niedergerichte auf (1441 Kriminalgericht ohne Blut, um 1455-um 1537 mit Blut), verkaufte aber 1447-55 den Besitz in Obergoldbach und liess die Eigenleute frei. 1537 übertrug Bern das säkularisierte Klostergut von Rüegsau der Herrschaft B. und zwang den katholisch savoy. Herren Bernburger Vögte auf. 1607 verkauften die verschuldeten Montmajor B. an Bern. Die Landvogtei bekam wieder einen Galgen. Nach einem (Kamin-)Brand 1798 wurde das Schloss (heute Ruine) nicht wieder aufgebaut. Das Landvogteigebiet wurde 1798 in den helvet. Distrikt Unter-Emmental, 1803 in das Oberamt Trachselwald integriert.

<b>Brandis</b><br>Das Schloss Mitte des 17. Jahrhunderts. Aquarell von  Albrecht Kauw (Bernisches Historisches Museum) © Foto Stefan Rebsamen.<BR/>
Das Schloss Mitte des 17. Jahrhunderts. Aquarell von Albrecht Kauw (Bernisches Historisches Museum) © Foto Stefan Rebsamen.
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Literatur
– F. Häusler, Das Emmental im Staate Bern bis 1798, 2 Bde., 1958-68
– A.-M. Dubler, «Adels- und Stadtherrschaft im Emmental», in AHVB 75, 1992, 66-70

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler