Belgica

Röm. Provinz (heutiges Nordfrankreich, Belgien, südl. Teil der Niederlande), welcher im 1. Jh. n.Chr. der grösste Teil des schweiz. Mittellandes und des Juras zugeordnet war (Provincia). Bereits Caesar unterschied in seinen Kommentaren zum Gallischen Krieg (58-52 v.Chr.) die Belgae von den Galli oder Celtae und den Aquitani. Ks. Augustus trennte 22 v.Chr. von der bisher ungeteilten Gallia Transalpina die Provinz Gallia Narbonensis ab (von da an Senatsprovinz) und bildete wohl 16-13 v.Chr. aus dem restl. Gallien drei kaiserl. (prätorische) Provinzen: Aquitania, Lugdunensis und B., die indes nicht mit den vorröm. Sprach- und Volksgruppen übereinstimmten. Ob die Helvetier, die Rauriker, die beiden röm. Kolonien Iulia Equestris (Nyon) und Augusta Raurica (Augst) sowie die Lingonen und Sequaner anfänglich zur Provinz Lugdunensis gehörten, ist ungewiss. Später, noch z.Z. des Augustus, zählten sie jedenfalls zur B. Diese umfasste ca. 35 Civitates, Provinzhauptort war Durocortorum (Reims), Sitz des Finanzprokurators Augusta Treverorum (Trier). Um 85 n.Chr. wurden die beiden Heeresbezirke am Rhein zu den selbstständigen Provinzen Germania Inferior (Hauptstadt Colonia Agrippinensis, heute Köln) und Germania Superior. In der diokletian. Verwaltungsreform um 300 wurde die restl. B. in die zwei Provinzen B. Prima (Hauptstadt Trier) und B. Secunda (Hauptstadt Reims) geteilt.


Literatur
– W. Meyers, L'administration de la province romaine de Belgique, 1964
– B.E. Thomasson, Laterculi praesidum, 1984, 43-46
– E.M. Wightman, Gallia B., 1985

Autorin/Autor: Regula Frei-Stolba