27/01/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Bubikon (Gemeinde)

Polit. Gem. ZH, Bez. Hinwil. Umfasst die Dörfer B. und Wolfhausen sowie die Weiler Barenberg, Berlikon, Bürg und Wändhüslen. B. liegt im obersten Glatttal auf der Wasserscheide zwischen Glatt und Zürichsee. 811 Puapinchova. Die Zivilgem. B. Dingstatt, Hof Oberglatt, Niederglatt B. und Niederglatt Wolfhausen wurden 1884 aufgehoben. 1634 262 Einw.; 1850 1'591; 1870 1'489; 1900 1'555; 1920 1'809; 1950 2'265; 1970 3'244; 2000 5'424.

Einzelne Ortsnamen sind kelt. (Mürg) und röm. Ursprungs (Tafleten, Kammern, Zell). Grundherrl. Rechte des Klosters St. Gallen sind in B. ab 744 (Berlikon, Perolvinchova) nachgewiesen. Um 1194-98 schenkte Diethelm V. von Toggenburg dem Johanniterorden seinen Hof und die Kirche zu B. Der Orden errichtete darauf die Komturei B., das "Ritterhaus". 1483 ordnete der Hausbrief von B. das Verhältnis der Lehensleute zum Ritterhaus (u.a. Gerichts- und Vormundschaftswesen, Güter- und Erbrecht, Ungenosssame). Die westl. Teile der Gem. blieben bis 1811 nach Dürnten kirchgenössig. Im MA wurde auf kleinen Gütern vorab Ackerbau, im 18. Jh. vermehrt Milchwirtschaft (1786 erste Käserei) betrieben. Die Einkommen v.a. der Landarmen wurden im 18. und frühen 19. Jh. durch Baumwollweberei in den Kellern der Flarzhäuser verbessert. Die 1819 gegr. erste Baumwollspinnerei markiert den Beginn der Industrialisierung. Weitere Fabrikgründungen folgten (1869 Papierhülsen, 1876 Schrauben, 1880 Baumwollreisserei, 1889 Blechwaren und Verzinkerei, 1912 Getriebe, 1917 Waschmaschinen). Daneben blieb ein starkes Gewerbe bestehen. 1836 wurde die Forchstrasse erbaut. 1858 erhielt B. Anschluss an die Glatttallinie der Vereinigten Schweizerbahnen (1901 SBB), 1901 an die Uerikon-Bauma-Bahn (1948 durch Busbetrieb ersetzt), 1990 an die S-Bahn (Zürcher Verkehrsverbund). 1945 wurden die Gemeindebehörden im Gemeindehaus zentralisiert; vollamtl. Beamte führen seither die kommunalen Geschäfte. Seit 1966 bestehen eine Bauordnung und ein Zonenplan. Die Verknappung des Baulandes bewirkte ab 1980 hohe Bodenpreise. Alte Betriebe schlossen (1974 Spinnerei, 1985 Verzinkerei, 1990 Papierhülsen, 1991 Schrauben). Neue Fabriken und Gewerbehäuser wurden z.T. im Baurecht auf gemeindeeigenem Land erstellt (Holzbranche, Elektronik, Teleinformation). 1990 arbeiteten 47% der in B. Erwerbstätigen im 2. Sektor.


Literatur
– M. Bührer et al., B.-Wolfhausen, 2 Bde., 1981-83

Autorin/Autor: Kurt Schmid