04/02/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken

Rondchâtel

Teil der polit. Gem. Péry BE, südlich von La Reuchenette, oberhalb der Schüss bzw. der Klus von R. gelegen. R. war ein Adelslehen, das Bf. Johann Senn von Münsingen seinem Bruder Konrad abtrat, der 1340-65 Meier von Biel war. Die Vermutung, dass es in R. eine Burg gegeben hatte, konnte nicht verfiziert werden. Vom Ende des 14. Jh. bis 1766 gehörte das Lehen den Fam. de Nans und d'Orsans aus der Freigrafschaft Burgund. Nachdem die Letzgenannten ausgestorben waren, fiel es an den Fürstbf. von Basel zurück, der es der Dorfgemeinschaft Péry verpachtete. 1786 wurde der fürstbischöfl. Schaffner Niklaus Heilmann damit belehnt, sehr zum Unmut der Bürger von Péry, die diesen nun mit Holz zu beliefern hatten. Mit der 1874 eröffneten Bahnlinie Biel-Les Convers setzte der industrielle und demograf. Aufschwung ein. 1874 baute der Franzose Constant Peck in R. eine Kalk- und Zementfabrik, die seit 1902 der Vigier AG gehört und bis heute betrieben wird. Oscar Miller, Direktor der Papierfabrik Biberist, gründete 1882 eine zu Beginn des 21. Jh. stillgelegte Holzschlifffabrik.


Literatur
– J. Luterbacher, Péry, 1984
– B. Romy, Le meunier, l'horloger et l'électricien, 2004
Journal du Jura, 15.2.2008

Autorin/Autor: Christine Gagnebin-Diacon / AL