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Saint-Aubin (FR)

Polit. Gem. FR, Broyebez., zu der seit 1991 auch Les Friques gehört. 1056 Sancti Albini, dt. früher St. Albin. 1811 446 Einw.; 1850 605; 1900 598; 1950 617; 2000 1'027. Überreste aus der Römerzeit. S. war Teil der Herrschaft Grandcour, die den de Prangins und ab 1293 den Savoyern gehörte. Diese vergaben sie 1311-97 als Lehen an die von Grandson. Der Hzg. von Savoyen löste 1443 S., 1444 Les Friques und das zwischen S. und Vallon gelegene Agnens (spätestens im 16. Jh. aufgegeben) von Grandcour ab, bildete daraus die kleine Herrschaft S. und schenkte sie Antoine Angleis. 1497 wurde S. ins Burgrecht der Stadt Freiburg aufgenommen, blieb jedoch unter savoy. Herrschaft. 1536 anerkannte sie die Oberherrschaft Freiburgs. 1498 ging sie als Erbe an die d'Oncieux, 1606 wurde sie von der Fam. Vallier erworben, 1691 von Freiburg zurückgekauft und in eine Vogtei umgewandelt. Die Vögte residierten im 1631 von Louis Vallier erbauten Schloss, das 1997-99 renoviert wurde. S. gehörte 1798-1802 zum Distrikt Avenches, 1803-30 zu jenem von Montagny und 1831-48 zu jenem von Dompierre. Die Pfarrei wird im 11. Jh., die Kirche Saint-Aubin 1166 erstmals erwähnt. Das Patronatsrecht lag beim Priorat Saint-Maire in Lausanne. Die heutige Kirche wurde 1516-19 im spätgot. Stil erbaut. 1858 lösten sich Delley und Portalban von der Pfarrei S. Im 18. Jh. war S. ein Marktort. Das Dorf liegt in der Nähe der 1992 eröffneten Autobahn A1. Zu Beginn des 21. Jh. hatte die Landwirtschaft noch eine ziemlich wichtige Stellung und bot 2005 24% der Arbeitsplätze in der Gemeinde. Angebaut wurden Getreide, Tabak, Obst und seit 1989 auch Pilze. Der 3. Sektor nahm 1971 mit der Eröffnung des Centre de recherches agricoles Ciba-Geigy SA (heute Novartis Centre de recherche santé animale SA) einen starken Aufschwung.


Literatur
– F. Brülhart, S., 1932, (Neuaufl. 1988)
La Liberté, 25.6.1968; 28.10.1988
Freiburger Nachrichten, 30.7.1986
– M. Favre, «Les archives communales de S.», in Bull./Institut fribourgeois d'héraldique et de généalogie, 1992, Nr. 17, 12-19

Autorin/Autor: Marianne Rolle / BE