Riedtwil

Ortschaft in der polit. Gem. Seeberg BE, Amtsbez. Wangen. Das Dorf liegt an der Önz am östl. Fuss des Steinenbergs. 1261 Rietwilere. 1764 162 Einw.; 1850 316; 2008 243. Das ma. Zelgdorf war nach Seeberg kirchgenössig. Es gehörte zum kyburg. Amt Gutisberg (erw. im Urbar 1261-64). Als Teil des Gerichts Grasswil kam es 1395 an Burgdorf und zu dessen Vogtei Grasswil. In bern. Zeit war R. Gerichtsplatz mit Taverne und Sitz des Freiweibels, der am Landtag (Hochgericht) in Grasswil als Stellvertreter des Landvogts von Wangen amtierte. 1794 trennte sich R. von der Schule Seeberg und gründete mit Hermiswil eine eigene Schule (ab 1991 Schulgemeindeverband R.-Hermiswil, ab 1999 Seeberg-Hermiswil, 2007 Schliessung des Schulhauses in R.). Im überwiegend bäuerl.-kleingewerbl. Ort entwickelte sich dank der günstigen Verkehrslage an der Staatsstrasse Herzogenbuchsee-Burgdorf und an der Bahnlinie Olten-Bern (1857) eine Metallwarenfabrik und Kunstgiesserei sowie Pendelverkehr in die benachbarten Industrieorte.


Quellen
SSRQ BE II/9
Literatur
– K.H. Flatt, Die Errichtung der bern. Landeshoheit über den Oberaargau, 1969
– A.-M. Dubler, «Die Herrschaften der Stadt Burgdorf im Oberaargau», in Jb. des Oberaargaus 39, 1996, 105-130
– R. Buser, Bauinventar der Gem. Seeberg, 2005

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler