Grünenmatt

Dorf in der polit. Gem. Lützelflüh BE, im Grünental nördlich des Ramisbergs gelegen, und seit 1946 zweites Pfarramt der Kirchgem. Lützelflüh (ohne Kirche). Im 16. Jh. gab G. den Zelgbau auf und teilte die Allmend (vor 1591), griff aber vermehrt auf Weidegründe im Schachen aus, der seit der 1. Hälfte des 16. Jh. von Armen ohne Erlaubnis besiedelt wurde. 1569 sanktionierte die Landesherrschaft Bern diese Siedlung, worauf sich im Schachen ein Taglöhner- und Kleinhandwerkerdorf (u.a. Walkerei 1701) entwickelte. 1723 wurde dort wegen der verkehrsgünstigen Lage (Grünenbrücke, Landstrasse Huttwil-Sumiswald) eine Filiale der Zollstätte von Lützelflüh eingerichtet. Das Grünenmattviertel (ehem. Armensteuerbezirk) umfasste G., Ramsei, Farbschachen sowie Einzelhöfe im Furli- und vorderen Dürrgraben. Der Bau der Talstrasse 1875 und der Ramsei-Huttwil-Bahn (seit 1908 Station) brachte einen gewerblich-industriellen Aufschwung. Arbeitsplätze boten Sägewerke, die Kistenfabrik (1871), Metall- und Holzbaubetriebe, anderes Kleingewerbe sowie das Betriebsstofflager des Bundes.


Quellen
SSRQ BE II/8
Literatur
– J. Rettenmund, Amtsbez. Trachselwald, 1991

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler