22/09/2000 | Rückmeldung | PDF | drucken

Aarmühle

Ehem. Name der polit. Gem. Interlaken BE. Das ehem. Zelgdorf (Bäuert) im Bödeli zwischen Brienzer- und Thunersee, am linken Ufer der Aare und mit Anteil am Harder, war alter Besitz des Klosters Interlaken, gen. nach dessen Mühle (1365 Amuli). Von 1365 an fanden hier klösterl. Jahr- und Wochenmärkte statt. Die Bäuert A. war mit Wilderswil, oberen und mittleren Matten im Nutzungsverband Matten vereint, bildete aber eine Schul- und Armengem. in der Kirchgem. Gsteig. Im 16. Jh. setzte unter den Bäuerten der Streit um die Nutzung der gemeinsamen Wälder und Allmenden ein (Schiedsversuche 1533, 1586, 1618). 1633 löste sich Wilderswil vom Verband. Der Streit ging zwischen A. und Matten weiter; vergebl. vermittelte 1761 der Landvogt von Interlaken. Schliessl. wünschte A. 1810 die Trennung von Matten, die Aufteilung der Gemeindegüter und Urbarisierung der Moose, konnte sich jedoch erst 1838 als polit. Gem. etablieren. Die damals unterschiedl. Bevölkerungsstruktur von A. und Matten kommt im Anteil der Hintersassen (1831 37% bzw. 12%) zum Ausdruck. Matten blieb ein Bauerndorf, während sich A. dem Tourismus öffnete und deshalb 1891 den tourist. eingängigeren Ortsnamen Interlaken annahm.


Literatur
– R. Gallati, A. -- Interlaken, 1838-1988, 1991

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler