Montagny-les-Monts

Ehem. polit. Gem. FR, Broyebez., am linken Ufer der Arbogne gelegen, die Dörfer M. und Cousset, die Weiler Les Arbognes und Villarey sowie die Enklave Tours umfassend. 2000 fusionierte M. mit Montagny-la-Ville zur Gem. Montagny. 1146 castrum Montaniacum, früher dt. Montenach-Berg. 1811 284 Einw.; 1850 615; 1900 774; 1950 752; 1990 754; 1999 864. In M. stiess man auf Überreste aus dem Mesolithikum, auf Grabstätten aus der Bronze- und der Hallstattzeit sowie auf eine galloröm. Villa in Tours. Im MA war M. Zentrum der Herrschaft Montagny, die Freiburg 1478 erwarb und zur Vogtei erhob. Der Ort gehörte ab 1798 zum Bez. Payerne, ab 1803 zum Bez. Montagny und ab 1831 zum Bez. Dompierre; seit 1848 zählt er zum Broyebezirk. Vom Schloss (1476 geplündert, 1504 abgebrannt, 1509 und 1752 restauriert), das nach 1802 als Steinbruch verwendet worden ist, existiert nur noch ein Turm aus dem 13. Jh. Die Schlosskapelle aus dem 14. Jh. bildet den Chor der heutigen Kirche, die der Mariä Empfängnis geweiht ist, 1760 neu errichtet und 1926 erweitert wurde. Der Pfarrei M., deren Sitz ursprünglich in Tours lag, unterstanden auch Montagny-la-Ville und Mannens-Grandsivaz, das sich 1874 ablöste. 1876 erhielt M. in Cousset an der Eisenbahnlinie Freiburg-Payerne eine eigene Haltestelle. Im 19. Jh. bestanden Mühlen, eine Sägerei und eine Ölmühle. 1889 wurde eine Milchgenossenschaft gegründet. 1964-83 bot die Uhrenindustrie Beschäftigungsmöglichkeiten, 1964-87 war eine Fabrik der Tabacs réunis in Betrieb. 1989 wurde die Fondation Général Nicolas de Gady für den Erhalt des Turms ins Leben gerufen.


Literatur
– Dellion, Dict. 8, 417-436
– M.-H. Bossy, Evolution et avenir économique de la commune de M., Liz. Freiburg, 1968
– B. de Vevey, Châteaux et maisons fortes du canton de Fribourg, 1978, 243-249
Freiburger Archäologie, 1989/1992, 101-105

Autorin/Autor: Marianne Rolle / MS