Montagny-la-Ville

Ehem. Gem. FR, Broyebez., am rechten Arbogneufer gelegen. 2000 erfolgte der Zusammenschluss mit Montagny-les-Monts unter dem Gemeindenamen Montagny. Um 1177 de Montaniaco, 1320 Montagnie li villa, früher dt. Montenach-Stadt. 1811 216 Einw.; 1850 280; 1900 332; 1950 426; 1990 464; 1999 457. Auf dem Gebiet von M. stiess man auf zwei Grabhügel aus der Eisenzeit sowie Überreste eines röm. Aquädukts. M. gehörte zur Herrschaft Montagny und 1478-1798 zur gleichnamigen Vogtei. Danach war der Ort Teil des Bez. Payerne, ab 1803 des Bez. Montagny und 1831-48 des Bez. Dompierre. Seit 1848 zählt er zum Broyebezirk. Kirchlich war M. stets in die Pfarrei Tours-Montagny eingebunden. Die Kapelle Saint-Pierre stammt aus dem 17. Jh. Der Architekt Charles de Castella liess in M. mehrere Patrizierhäuser erbauen, u.a. für seine eigene Fam., für den Gerichtsschreiber Bielmann sowie für die Fam. von der Weid und Buman. Die Schwestern der Providence von Langres besassen im Ort das Institut Les Fauvettes, wo sie ab 1903 ein Waisenhaus für Mädchen, ab 1905 zusätzlich eine Hauswirtschaftsschule, ab 1960 ein Pensionat und ab 1992 ein Erholungsheim betrieben. 1910 wurde die Molkereigenossenschaft gegründet. Früher auf Getreideanbau und Viehzucht ausgerichtet. Zunehmend als Wohnort geschätzt.


Literatur
– C. Marmy, Le paupérisme rural dans la Broye aux XIXe-XXe siècles, Liz. Freiburg, 2003

Autorin/Autor: Marianne Rolle / MS