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Foerster, Friedrich Wilhelm

geboren 2.6.1869 Berlin, gestorben 9.1.1966 Kilchberg (ZH). Sohn des Wilhelm, Astronomen. Philosophiestudium in Freiburg i.Br. und Berlin. 1898 Habilitation in Zürich in Ethik und Pädagogik. F., der in einem humanistischen und pazifistischen Milieu erzogen worden war, gab von 1894 bis 1897 die von seinem Vater begründete Zeitschrift "Ethische Kultur" heraus. 1895 wurde er zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er die Ansichten Kaiser Wilhelm II. zu den Sozialisten kritisiert hatte. 1899-1901 Privatdozent an der Univ. Zürich, 1901-12 an der ETH Zürich. 1913-14 Prof. für Ethik und Sozialwissenschaften an der Univ. Wien und 1914-20 an der Univ. München. 1917 gab F. seine bellizistische Haltung auf und wurde überzeugter Pazifist. Von Kurt Eisner wurde er zum Bayrischen Minister in der Schweiz ernannt, vom Bundesrat aber nicht anerkannt. F. warf Deutschland Verantwortung in der Kriegsschuldfrage vor und setzte sich für einen Friedensvertrag ein; 1933 wurden seine Schriften verbrannt. 1920-26 lebte F. im Exil in Zürich, 1926-36 in Paris und Hochsavoyen, 1940 flüchtete er nach New York und kehrte 1963 in die Schweiz zurück.


Werke
Erlebte Weltgeschichte 1869-1953, 1953
Friedrich Wilhelm F.: Manifest für den Frieden, hg. von B. Hipler, 1988
Archive
– BBB, Nachlass
Literatur
– A. Van Berchem, Un maître à penser pour notre temps, 2 Bde., 1973-1975

Autorin/Autor: Verdiana Grossi / SK