03/10/2014 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Léchelles

Polit. Gem. FR, seit 1848 Broyebez.; Strassendorf zwischen Freiburg und Payerne, das 1994 mit Chandon fusionierte. 1243 Leschieres, dt. früher Leitern. 1811 174 Einw.; 1850 222; 1900 271; 1950 311; 1980 289; 2000 503 (mit Chandon). Grab aus dem Neolithikum, Einzelfund aus der Römerzeit. Im 12. Jh. hatten die Herren von Belmont ihren Sitz auf dem Territorium von L. erbaut, das im MA den Herren von Montagny unterstand, bevor es 1478 in die Landvogtei Montagny integriert wurde. 1798-1803 gehörte L. zum Bez. Payerne, 1803-30 zum Bez. Montagny und 1830-48 zum Bez. Dompierre. L. war eine Zahlstelle an der Grenze zur sog. Alten Landschaft, an der die Freiburger Händler vom Zoll befreit waren. 1427 ist eine Johannes dem Täufer geweihte Kapelle erwähnt. 1640 wurde sie ersetzt und geweiht, 1747 neu erbaut und 1954 vergrössert. 1859 löste L. Chandon als Sitz der Pfarrei ab. Das Herrenhaus der Fam. de Gottrau aus der Mitte des 18. Jh. hat eine Fassade von Melchior Eggmann mit Trompe-l'œil-Effekt sowie Tapeten aus dem 18. Jh. Seit 1876 besteht in L. ein Bahnhof an der Linie Freiburg-Payerne. Zu Beginn des 20. Jh. war der Tabakanbau noch bedeutend in L., das seinen landwirtschaftl. Charakter beibehalten hat und im Jahr 2000 noch 18 Landwirtschaftsbetriebe zählte.


Literatur
– Dellion, Dict. 7, 213-225
– H. Schöpfer, «Papiertapeten aus der Mitte des 18. Jh. mit grossformatigen Landschaften», in ZAK 47, 1990, 327-340

Autorin/Autor: Marianne Rolle / MS