17/03/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Derborence

Walliser Berggebiet in einem hoch gelegenen Becken südlich des Diablerets-Massivs, am Fusse der Tour Saint-Martin, am Ausgang des Cheville- und des Derbonnetals. Im Laufe des 18. Jh. ereigneten sich hier zwei riesige Bergstürze: Der erste, am 23.9.1714, forderte 14, vielleicht 15 Opfer. Der zweite im Frühjahr 1749 liess den See von D. entstehen; er stellte bezüglich Geschiebe (50 Mio. m3) und Gefälle (ca. 1900 m zwischen dem Kamm der Diablerets und dem Ort Besson) den gewaltigsten Bergsturz dar, der sich in hist. Zeit in der Schweiz ereignet hat. Die Katastrophe inspirierte Charles Ferdinand Ramuz zu einem seiner schönsten Romane ("Derborence" 1934). 1911 wurde D. zum Jagdschutz-, 1961 zum Naturschutzgebiet erklärt. Die zahlreichen Maiensässe haben ihre frühere Funktion verloren und dienen den Einwohnern von Conthey als Ferienhäuser.


Literatur
Conthey, mon pays, 1979

Autorin/Autor: Maurice Terrettaz / BE