Eppishausen

Schloss, Dorfsiedlung und ehem. Herrschaft in der polit. Gem. Erlen TG, Bez. Bischofszell. 1159 besass das Konstanzer Stift St. Stephan in E. eine Manse. Die ab 1372 belegte Burg war wie die Gerichtsherrschaft ein bischöfl.-konstanz. Lehen, dessen erster bekannter Besitzer Rudolf von Rheineck war. Seine Erben verkauften 1372 die Herrschaft an die Herren von Helmsdorf. Die erste schriftl. Dorfoffnung datiert von 1447. 1535 kam E. an die Fam. von Bernhausen, 1698-1798 gehörte die Herrschaft E. mit den Vogteien E., Schocherswil und Biessenhofen dem Kloster Muri, unter dem das Schloss eine durchgreifende bauliche Umgestaltung erfuhr. Nach der Aufhebung der Herrschaft 1798 wurde es 1812 an den Literaturhistoriker Joseph von Lassberg verkauft, der 1818-38 dort wohnte. 1961 erwarb der Orden der Bonitas-Dei-Schwestern Schloss E. als Mutterhaus, das seit 1962 unter der Leitung der Schwestern als Alters- und Pflegeheim dient. 1994 entstand neben dem Gebäude eine Golfanlage.


Literatur
– E. Leisi, Gesch. von Amriswil und Umgebung, 1957
– B. Giger, «Gerichtsherren, Gerichtsherrschaften, Gerichtsherrenstand im Thurgau vom Ausgang des SpätMA bis in die frühe Neuzeit», in ThBeitr. 130, 1993, 85 f.
– «Joseph Freiherr von Lassberg (1770-1855)», in Marbacher Mgz., Sonderh. 82, 1998

Autorin/Autor: Verena Rothenbühler