Tägermoos

Güterbez. oder Gemarkung im Besitz der Stadt Konstanz von knapp 155 ha auf schweiz. Staatsgebiet. Das T. liegt in der Gem. Tägerwilen und grenzt an Konstanz sowie Kreuzlingen. Es gehörte ursprünglich zur Bischöfshöri und kam vermutlich als Schenkung an das Konstanzer Kloster St. Jakob im Paradies. 1293 kaufte die Stadt Konstanz dem Kloster die Weiden im T. ab und nutzte diese bis um 1800 als Allmend. 1384-1798 befand sich im T. auch eine städt. Richtstätte. Es bildete 1471-1798 einen Teil der Vogtei Eggen und lag in den Händen der Stadt Konstanz. In der Helvetik wurde das T. staatsrechtlich der Schweiz zugeteilt. Konstanz verzichtete nicht förmlich auf das Niedergericht und liess das privatisierte Land um 1800 für den Gartenbau in Parzellen aufteilen. Die Konflikte beendete 1831 der zwischen dem Grossherzogtum Baden und dem Kt. Thurgau abgeschlossene Staatsvertrag; seither hat Konstanz im T. de jure den Status einer thurg. Gemeinde. Konstanz verwaltet u.a. die Flurpolizei nach dem thurg., Handänderungen nach dem dt. Gesetz. Zudem ist Konstanz für die Vermessung und das Katasterwesen zuständig. Jüngere Kommunalaufgaben übt die Gem. Tägerwilen aus. Seit 2006 wird ein neuer Staatsvertrag verhandelt.


Literatur
– A. Leutenegger, «Das T.», in ThBeitr. 69, 1932, 1-117
– R. Klett, «Ein Kuriosum feiert Jubiläum», in Konstanzer Alm. 52, 2006, 9 f.
Kdm TG 7, 2009, 35, 40, 76

Autorin/Autor: Erich Trösch