03/12/2013 | Rückmeldung | PDF | drucken

Tänikon

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Ehem. Zisterzienserinnenkloster zwischen Ettenhausen und Guntershausen bei Aadorf TG. 789 Tanninchova. T. war 789 Gerichtsstätte. 817 übertrug Ks. Ludwig der Fromme bisher den Thurgauer Grafen verliehene Güter, darunter T., dem Kloster St. Gallen. Schon vor 1249 sollen Schwestern bei T. gelebt haben. Um 1257 übernahm das Kloster T. die Kapelle St. Anna nach deren Loslösung von Elgg, und Eberhard II. sowie Eberhard III. von Bichelsee ermöglichten durch Donationen die Aufnahme in den Zisterzienserorden. Aber noch 1263 bat Papst Urban IV. den Abt von Kappel, die Aufnahme von T. zu vollziehen. 1268-1491 lebten hier auch Konversen, die ab 1450 sukzessive durch weltl. Diensten ersetzt wurden. 1415 stifteten die von Hohenlandenberg und von Gachnang für die Kapelle eine Pfarrpfründe, deren Kollatur das Kloster im 16. Jh. erwarb. Um 1520 besass es Grundbesitz und Rechte u.a. in Aadorf, Bichelsee, Elgg, Ellikon, Ettenhausen, Gerlikon, Guntershausen, Hagenbuch, Krillberg, Lommis, Niederwil, Stettfurt, Tannegg und Tuttwil. Das dem Kloster gehörende Gericht T., das bis 1798 bestand, umfasste Aadorf, Ettenhausen und Guntershausen (Offnungen 1469, 1482 und 1512). 1508 liess Äbtissin Anna Welter von Blidegg ein neues Refektorium errichten. Während der Reformation verliessen schon 1523 mehrere Nonnen das Kloster. Als der Rat von Zürich 1525 die Visitation übernahm, bestand der Konvent noch aus 13 Nonnen. 1532 ging die Äbtissin in Pension, einzelne Frauen blieben. 1548 wurde Sophia vom Grüth als Schaffnerin, 1550 als Äbtissin eingesetzt. Visitator war der Abt von Wettingen. Mit Beistand der kath. Orte wurde T. ein Zentrum der Rekatholisierung und 1606 wurde die strenge Klausur eingeführt. Im 17. Jh. errichtete der Konvent neue Bauten, so 1616 das Prälaten-, 1678 das Äbtissinnenhaus. 1798 wurde T. dem Nationalvermögen zugeschlagen. Ab 1804 konnte das Kloster praktisch keine Novizinnen mehr annehmen. Die thurg. Verfassung von 1831 stellte das Klostervermögen unter Staatskontrolle. 1836 wurde ein Verwalter eingesetzt und im gleichen Jahr begann der Kanton, den Besitz zu veräussern. 1848 hob der thurg. Grosse Rat das Kloster auf. 1850 verkaufte der Kt. Thurgau Gut und Klostergebäude der Fam. von Planta und die Kirche der Kirchgemeinde T. Der Konvent zog 1853 ins ehem. Kapuzinerkloster Frauenfeld, das er 1862-69 besass. 1869 schloss er sich den in Mariastern-Gwiggen (Vorarlberg) lebenden Nonnen von Feldbach und Kalchrain an. 1936 erwarb Otto Zuber das Gut. 1969 wurde es von der neuen Eidg. Forschungsanstalt für Betriebswirtschaft und Landtechnik (seit 2006 Agroscope Reckenholz-T.) übernommen.


Archive
– StATG, KlosterA
Literatur
– J.R. Rahn, J. Nater, Das ehem. Frauenkloster T., 1906
Kdm TG 1, 1950, 349-424
HS III/3, 917-950
– H.R. Sennhauser, Zisterzienserbauten in der Schweiz 1, 1990, 299-313
– H. Zehnder, T., 1992

Autorin/Autor: Erich Trösch