• Quellen: Angaben von Ernst Tremp; P. Boschung, Die Alte Landschaft Freiburg, in: Beiträge zur Heimatkunde des Sensebezirks 52, 1982-83, 262  © 1994 HLS und Kohli Kartografie, Bern.

Alte Landschaft (FR)

Ältestes Territorium der Stadt Freiburg, ihr natürl. Hinterland beidseits der Saane und der Sprachgrenze, worüber die Stadtgem. vom 13.-15. Jh. allmähl. die polit. Herrschaft erlangte. Die Bezeichnung A. (franz. Anciennes Terres) erscheint erstmals 1549 zur Unterscheidung von den unterdessen erworbenen Vogteien. Weitere Benennungen sind: "die 24 Pfarreien", "immediate Botmässigkeit". Letztere drückt die unmittelbare Unterstellung unter die Stadtbehörden aus, ohne Zwischeninstanz eines Vogtes. Auf kirchl. Ebene entsprach die A. dem nach der Stadtgründung errichteten Dekanat Freiburg. Auch wirtschaftl. waren die Stadt als Marktzentrum und die Landschaft eng miteinander verflochten. Bei der Territorialbildung blieb das Instrument der Aufnahme bäuerl. Ausbürger im Gegensatz zu Bern von beschränkter Bedeutung, wichtiger war der Erwerb von Lehen durch Stadtbürger, besonders aus thierstein. Besitz (erstes Verzeichnis 1363). Mit dem Kauf der thierstein. Lehen durch die Stadt 1442, der Eingliederung von Dörfern der Vogtei Hauterive 1452 und der Festsetzung der Landmark gegenüber Bern 1467 wurde die Ausbildung der A. abgeschlossen. Sie umfasste das Gebiet zwischen der Sense und dem Bach von Macconnens, Münchenwiler und dem Tütschbach bei Plaffeien. Die A. erlangte bis zu ihrem Ende 1798 weder den Status einer organisierten Körperschaft noch Vertretungsrechte (Nachfolgeinstitution: Bez. Freiburg). Sie war vor 1404 an die drei, danach vier Stadtquartiere angegliedert und in vier Panner eingeteilt: Au- und Burgpanner östl., Spital- und Neustadtpanner westl. der Saane. Die städt. Venner hatten über die Wehrorganisation hinaus obrigkeitl. Funktionen inne. Neben dem allg. Land- und Lehensrecht besass das Stadtrecht Geltung. In den Pfarreien, die in Wahlbez. (sog. Schrote) unterteilt waren, bestanden Dorfgerichte; die hohe Gerichtsbarkeit lag beim Stadtherrn bzw. bei der Stadt. Im Ancien Régime errichtete das städt. Patriziat zahlreiche Landsitze in der A., deren Bevölkerung die patriz. Regierung bis zu deren Ende stützte.

Quellen: Angaben von Ernst Tremp; P. Boschung, Die Alte Landschaft Freiburg, in: Beiträge zur Heimatkunde des Sensebezirks 52, 1982-83, 262  © 1994 HLS und Kohli Kartografie, Bern.<BR/>
Alte Landschaft vor 1798


Literatur
– P. de Zurich, «Les "anciennes terres" de Fribourg», in NEF 75, 1942, 22-31
– P. Boschung, «Die A. Freiburg», in Beitr. zur Heimatkunde des Sensebez. 52, 1982/83, 253-294

Autorin/Autor: Ernst Tremp