See (FR)

Verwaltungsbez. des Kt. Freiburg seit 1848, auch Seebez. genannt (franz. district du Lac), mit Verwaltungssitz, sog. Oberamt, in Murten. 1850 13'491 Einw.; 1900 15'388; 1950 17'238; 2000 28'175 (dt. 67%, franz. 25%; ref. 48%, kath. 37%). Der Seebez. entstand aus den ma. Herrschaften Murten und Lugnorre sowie aus einem Teil der am linken Saaneufer liegenden Dörfer der Alten Landschaft der Stadt Freiburg. Die Vogtei Murten kam nach den Burgunderkriegen als gemeine Herrschaft bis 1798 an Bern und Freiburg. Die südl. Gemeinden wurden bei den territorialen Neueinteilungen der Bezirke 1803 (Bez. Freiburg und Murten) und 1831 (Bez. Freiburg, Murten und Dt. Bez.) hin- und hergeschoben. 1848 schuf das radikale Regime die heutige Zuteilung. Seit dem Bau der Strasse über Courtepin (1814-35) bzw. jener über Gurmels (1859-68) ist das Bezirksgebiet mit Freiburg verbunden. 1876 wurde die Broyetal-, 1897 die Freiburg-Murten-Bahn eröffnet. In den Hügelzonen des Mittellandes herrscht Agrar- und Milchwirtschaft vor. Das Weideland des Grossen Mooses dient seit der 1. Juragewässerkorrektion (1868-91) dem Gemüseanbau. Weinbau wird heute nur noch im Vully betrieben. Ab 1830 siedelte sich im Raum Murten und längs der Bahnlinien (in Courtepin um 1900) Industrie an. Seit dem späten 19. Jh. spielt der Tourismus in Murten eine Rolle. Die von der Agrarwirtschaft geprägte Region wurde im Zug des Autobahnbaus und wegen ihrer Nähe zu Bern und Freiburg punktuell zersiedelt.


Literatur
Der Seebez., 1979
Kdm FR 4, 1989; 5, 2000
Der Seebez., 2000

Autorin/Autor: Hermann Schöpfer