Glane

Der Freiburger Glanebezirk wurde 1848 nach dem Fluss G. benannt. Die G. oder auch Gr. G. - die Kl. G. ist ein linksseitiger Nebenfluss der Broye - entspringt bei Mossel und mündet nach 29,5 km bei Châtillon-sur-Glâne in die Saane. Die Abtei Hauterive besass bei Matran Fischrechte. Der einst fischreiche Fluss trieb Mühlen und Sägewerke in Prez, Romont, Villaz-Saint-Pierre, Macconnens und Chavannes-sous-Orsonnens an. Nördlich von Romont gab es im 19. Jh. weithin bekannte Bäder. Nahe der Quelle und im Unterlauf hat die G. das alte Flussbett bewahrt; der mittlere Teil des Flusses zwischen Siviriez und Granges-la-Battiaz ist kanalisiert worden.

Der Bez. umfasste im Jahr 2000 43 Gem. und war der Fläche nach der fünftgrösste, der Bevölkerungszahl nach der sechstgrösste Bez. des Kt. Freiburg (2000 17'774 Einw.). Im MA beherrschten die Herren von Pont, die Kastlane von Rue und die Gf. von Romont, die Vasallen der Savoyer waren, das Gebiet. 1536 besetzte Freiburg Romont und Rue und machte sie zu seinen Vogteien. 1798 wurden daraus Präfekturen, die man 1848 zum Glanebezirk zusammenlegte. Abgetrennt wurden einige Gem. der Präfektur Rue, hinzu kamen jedoch einige Gem. der Vogteien Montenach und Farvagny. Der Bez. ist landwirtschaftlich geprägt. Er weist die grösste Greyerzerkäse-Produktion des Kantons auf (gereift in grossen Kellern in Ursy). Die Eisenbahnlinie Lausanne-Bern durchquert den Bezirk. Im Hauptort Romont sind einige Industriebetriebe ansässig; ferner befinden sich dort eine Sekundarschule, eine Schule für behinderte Kinder und ein Gefängnis. Das Bezirksspital Billens (1936) ist seit 2001 Teil des Spitalverbands Sud-Fribourgeois.


Literatur
– L. Page, Romont et son pays de Glâne, 1956
– L. Page, Sarine et Glâne, 1971
Encycl.FR 2, 474-476
Archéologie et patrimoine routier fribourgeois 1, 1996

Autorin/Autor: Jean-Pierre Dewarrat / AW