14/11/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken

Landquart (Siedlung)

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Fraktion der polit. Gem. Igis GR. Im Churer Rheintal gelegen, besteht L. aus L. und L. Fabriken. 1582-1830 stand in L. nur ein Zollhaus. 1847 wurde die Rhein-L.-Korrektion abgeschlossen. 1858 entstand in L. Au eine Station der Vereinigten Schweizerbahnen der Linie St. Gallen-Chur; um diesen Bahnhof entwickelte sich L.: 1860 wurde eine Glasbläserei gegründet, bald darauf erfolgte die Eröffnung einiger Hotels; 1863 nahm in L. Fabriken die erste Holzstofffabrik der Schweiz (seit 1874 Papierfabrik) ihren Betrieb auf, später kamen weitere Fabriken hinzu, die z.T. allerdings nur kurze Zeit überlebten (Zellulose, Maschinen, Pappe, Kunstwolle, Zündholz sowie eine Eisengiesserei). Einen neuen Aufschwung brachte die Eröffnung der RhB-Strecke L.-Davos 1889 und der Bau der techn. Werkstätten und Lagerhallen der RhB 1896. L. entwickelte sich zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt zwischen Rheintal und Prättigau und Industriestandort (1981 2'800 Arbeitsplätze) mit vielen Zupendlern. Das Bevölkerungswachstum führte zum Bau der 1908 geweihten kath. Kirche St. Fidelis, die von Kapuzinern betreut wurde. Zur 1934 gegr. Pfarrei L. gehört auch das Pfarrvikariat mit Sitz in Malans, das für die kath. Seelsorge in der Bündner Herrschaft zuständig ist. 1926 wurde die ref. Kirche errichtet. Eine regionale Zentrumsfunktion übernahm L. mit dem Bau div. Schulen (1896 landwirtschaftl. Schule im Plantahof, 1903 Gewerbe- und Berufsschule) sowie 1897 des Alters- und Pflegeheims Neugut. 1991 wurde in L. Fabriken das Gemeindezentrum Forum im Ried eröffnet.


Literatur
– R. Hartmann, Streifzug in Wort und Bild durch die Gesch. von Igis-L., 1996
– R. Hartmann, Orts- und Flurnamen von Igis-L., 1998

Autorin/Autor: Adolf Collenberg