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Polit. Gem. FR, Broyebez., in der Exklave von Estavayer-le-Lac gelegen. 1011 Font. 1811 207 Einw.; 1850 233; 1900 206, 1950 237; 1980 192, 2000 267. Seeufersiedlungen aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit, Funde röm. Münzen. 1011 schenkte Kg. Rudolf III. von Burgund seiner Verlobten Irmingard u.a. die Burg von F. (regale castellum). Sie wurde 1475 von den Eidgenossen in Brand gesteckt. Die Herrschaft von F., zu der auch das Gebiet von Cheyres gehörte, wurde aufgeteilt, und Anfang des 14. Jh. entstand daraus die Herrschaft von La Molière. Im 15. Jh. löste sich Cheyres von La Molière. 1267 übergab Aymon de Blonay Peter II. von Savoyen die Lehnsherrlichkeit über F. Die Estavayer-Chenaux hatten bis zur Übernahme 1488 durch Freiburg Rechte über F. Mit Châbles und Châtillon wurde F. 1520 zur Vogtei, 1536 mit La Molière vereint und nach dem Kauf der Herrschaft Vuissens 1608 zur Vogtei F.-Vuissens. Bis 1608 war der Vogteisitz in F., dann wurde er nach Vuissens verlegt. 1803-48 gehörte F. zum Bez. Estavayer-le-Lac. 1801 teilten die Dörfer F., Châbles und Châtillon ihre gemeinsamen Güter. Die Pfarrei von F. und Châbles ist seit 1228 belegt, eine dem hl. Antonius geweihte Kapelle seit dem 14. Jh. Die Kirche Saint-Sulpice besitzt einen rom. Chor und ein Schiff aus dem Jahr 1560. Die Kollatur war von Ende des 16. Jh. bis 1848 in der Hand des Franziskanerklosters von Freiburg. 1735 Schaffung einer Stiftung zugunsten einer Schule. Im 18. Jh. Kastanienkultur. 1878 Bahnlinie, deren Trassee 1888 verändert wurde. Bauerndorf, das zum Wohndorf wurde.


Literatur
– Dellion, Dict. 5, 284-303
– F. Brülhart, «La seigneurie et la paroisse de F.», in ASHF 8, 1907, 155-284
– B. de Vevey, Châteaux et maisons fortes du canton de Fribourg, 1978, 136-142

Autorin/Autor: Marianne Rolle / BE