Campocologno

Siedlung in der polit. Gem. Brusio, an der Grenze zum Veltlin, nach mündl. Überlieferung ursprünglich aus drei Weilern bestehend. C. gehörte im MA zum Gemeindebann von Tirano. Damals überwog der Ackerbau. Zwischen 1429 und 1521 wurde die Grenze zwischen Brusio und dem Veltlin (vorher beim Turm von Piattamala) über C. hinaus nach Süden verschoben, C. damit ein Teil von Brusio. 1526 folgte eine Grenzbereinigung zwischen Poschiavo und Tirano. 1615 ist erstmals die contrada di Zalende e C. in einem Teilungsvertrag mit Tirano erwähnt. Traditionell betrieben die Einwohner von C. den Grenzhandel mit dem Veltlin (u.a. Schmuggelware). 1902-10 entstand die Zentrale der Kraftwerke Brusio (damals grösste Europas, 1971 Neubau), 1910 eine Konservenfabrik. C. unterliegt seit 1950 einem Abwanderungsdruck. Die ehemalige Kaplanei von Brusio ist seit 1964 Pfarrei.


Literatur
– R. Tognina, Origine e sviluppo del Comun grande di Poschiavo e Brusio, 1975
– R. Tognina, «Cenno storico di C.», in Almanacco del Grigioni Italiano 65, 1983, 63-69

Autorin/Autor: Adolf Collenberg