Cavajone

Streusiedlung in der polit. Gem. Brusio GR, auf 1200-1500 m am steilen Abhang links des Bachs Sajento gelegen. 1233 Cavalono. 1873 103 Einw. (14 staatenlose Fam.); 1950 65. Als Veltliner Maiensässkomplex im MA Besitz der Madonna-Kapelle von Tirano im Bann von Tirano. Im frühen 16. Jh. wurde die Grenzziehung zugunsten von Brusio verändert. Bis ins 17./18. Jh. blieb C. Sommersiedlung. Die 1777 erbaute Kapelle S. Croce gehörte bis ins 19. Jh. zur Pfarrei Tirano, danach zu Brusio. 1797-1815 war der Grenzverlauf in C. und im Val dal Saent erneut unklar. Damals verkaufte die Madonna-Kapelle ihre Güter in C. an Veltliner Fam., die das bis 1874 ohne staatl. Zugehörigkeit bleibende und somit auch steuerfreie C. zu ihrem Wohn- oder Sommersitz machten. Bis 1874 besass die traditionelle Schmugglerbasis C., mit Ausnahme eines Flurwächters und (Vieh-)Pfänders, keine dörfl. Organisation. 1968 wurde die Strasse nach C. erneuert. 1997 Gründung der Stiftung pro Cavaione.


Literatur
– R. Tognina, «Cavaione, das vergessene Dorf», in Bündner Jb., 1963, 116-119
Die Südostschweiz, 7.6.1997

Autorin/Autor: Adolf Collenberg