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Domdidier

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Polit. Gem. FR, Broyebez. Zu D., das an der Strasse Payerne-Murten liegt, gehören die Weiler Granges-Rothey und Eissy. 1157/1162 Donno Desiderio. 1811 565 Einw.; 1850 743; 1920 1'048; 1930 980; 1960 1'159; 2000 2'196. Röm. Gräberfeld (1.-2. Jh.) mit Mausoleum. D. unterstand ab 1142 den Gf. von Neuenburg, spätestens ab 1267 den Herren von Montagny und ab 1405 den Gf. von Savoyen. Bis ins 14. Jh. war es ein Lehen der Adligen von D., später hatte es versch. Besitzer. 1478 wurde D. an Freiburg verkauft und der Vogtei Montagny angegliedert. Ab 1798 gehörte D. zum Bez. Avenches, ab 1803 zum Bez. Montagny und 1830-48 zum Bez. Dompierre. Vom Ende des 14. Jh. an erhielten die Bewohner von D. Freiheiten und Vorrechte, die Freiburg 1514, 1569 und 1664 bestätigte. Die ersten Gemeindestatuten datieren von 1549. Als Zollort wird D. bereits im 14. Jh. erwähnt. Seit dem 16. Jh. besteht an der Grenze zwischen der Waadt und Freiburg eine Brücke über die Broye. Die alte Pfarrei umfasste bis zur Reformation 1536 Oleyres. Bis dahin gehörte das Kollaturrecht dem Bf. von Lausanne. Unter der Kapelle Notre-Dame-de-Compassion befindet sich eine Kirche aus dem 5.-6. Jh., die um 1100 und erneut um 1489 wieder aufgebaut wurde. Diese frühere, dem hl. Desiderius geweihte Pfarrkirche wurde 1837-42 durch ein neues Gebäude ersetzt. Jean de Fégely errichtete 1625 die erste Schule im Ort. 1876 wurde an der Linie Palézieux-Lyss ein Bahnhof gebaut. Das ehemals stark landwirtschaftlich geprägte D. wandelte sich nach dem Bau der Autobahn A1 zu einer halb städt. Ortschaft, in der sich ab 1960 zahlreiche Unternehmen ansiedelten.


Literatur
– Dellion, Dict. 4, 516-531
– M. Desponds, «Archives communales de D.», in FGB 56, 1968/69, 73-256
– G. Fasel, Etude des relations de D. avec son environnement, Liz. Freiburg, 1971
– S. Jäggi, Die Herrschaft Montagny, 1989, 7-357
– P. Jaton, D., 1992

Autorin/Autor: Marianne Rolle / CN