Greifenstein

Herrschaft, Gerichtsgem. und Hochgericht im Albulatal, benannt nach der Burg G. bei Filisur. 1233 Grifenstein. Die aus dem 12. Jh. stammende Burg G. war Zentrum der gleichnamigen Herrschaft mit den Dörfern Filisur, Bergün, Latsch und Stuls. Über die Herren von Wildenberg, Werdenberg und Matsch gelangte G. 1394 an das Bistum Chur, das die Burg zum Verwaltungszentrum der Region machte. 1537 kauften die Gem. des Gerichts G. (auch Gericht Belfort genannt) die bischöfl. Herrschaftsrechte aus. Einzelne freie Gotteshausleute, die zu G. gehörten, sassen in der sog. äusseren Quart, in Lantsch/Lenz, Surava und Brienz/Brinzauls, die Teil des Gerichts Belfort war. Es kam häufig zu Auseinandersetzungen über die Rechte und Pflichten dieser Ausbürger. Zum Hochgericht G. gehörte abgesehen von G. die Gerichtsgemeinde Obervaz mit den Nachbarschaften Obervaz, Stierva und Mutten. 1851 bildete G. mit Wiesen den Kreis Bergün, Obervaz kam zum Kreis Alvaschein (beide Bez. Albula).


Literatur
– L. Schmid, Graubünden, 1971, 166 f.
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 63-65

Autorin/Autor: Jürg Simonett