Belmont (GR)

Aus dem Hause Sagogn hervorgegangene Herrschaft der Frh. von B. Herrschaftssitz war die bis in die Mitte des 14. Jh. bewohnte Burg B. (Mauerwerk im Grundriss sichtbar) auf einem Felskopf im Wald östl. von Fidaz (Gem. Flims) und hoch über der Strasse nach Trin. Erster Inhaber war der 1137/39 erw. Lutefridus de Belmonte, der mit dem im 12. Jh. mehrfach genannten Luthifridus de Segannio identisch sein dürfte. Die Errichtung der Herrschaft gelang dank der Übernahme von gräfl. Befugnissen und altem Reichsgut über das Haus Sagogn. Zum Stammbesitz gehörten um 1300 Rechte und Güter zu Domat/Ems, Flims, Castrisch und im Lugnez. Die Frh. von B. traten nach dem Aussterben des Hauses Sagogn und seiner Nebenlinien (Frauenberger, Friberger, Wildenberger) zu Beginn des 14. Jh. in deren Rechte ein und rundeten ihre Herrschaft in der Gruob ab. Sie erschienen nun auch im Besitz der bischöfl. Vogtei zu Sagogn, der Stadt Ilanz und im Lugnez. Aus der Fehde mit den Herren von Werdenberg-Heiligenberg 1352 gingen sie gestärkt hervor. Nach dem Erlöschen der männl. Linie der B. 1371 kam die Herrschaft B. durch Heirat an die Sax-Misox, 1483 durch Kauf an den Bf. von Chur.


Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 184
– J.L. Muraro, «Die Frh. von B.», in Gesch. und Kultur Churrätiens, hg. von U. Brunold, L. Deplazes, 1986, 271-309

Autorin/Autor: Martin Bundi