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Cheiry

Politische Gemeinde FR, Broyebezirk, seit 2005 mit Chapelle (Broye), in der Exklave Surpierre gelegen. 1184/85 Chirie. 1811 241 Einw.; 1850 298; 1880 303; 1900 266; 1930 219; 1950 242; 1980 186; 2000 267. Funde aus der Latènezeit (Lanzenspitze). Gräberfeld aus dem FrühMA. Nach dem Güterverzeichnis von 1380 war C. Teil der Herrschaft Surpierre. Ab 1536 gehörte C. zur freiburg. Vogtei Surpierre, ab 1798 zum Bez. Estavayer, 1803-48 zum Bez. Surpierre. Kirchlich war C. Teil der Pfarrei Surpierre. 1184 schenkte Roger de Vico Pisano, Bf. von Lausanne, die Kirchen Surpierre und C. dem Priorat Saint-Maire in Lausanne; Papst Lucius III. bestätigte diese Schenkung 1184/85. Die dem hl. Silvester geweihte Kirche ist 1228 als Pfarrkirche (wohl die erste der Pfarrei Surpierre) bezeugt. 1453 jedoch war sie nur noch Filiale der Kirche Notre-Dame des Champs in Surpierre. 1967 Bau einer neuen Kirche. 1624 wurde das ganze Dorf durch eine Feuersbrunst eingeäschert. Ab 1986 Flurbereinigung. Bis Ende des 20. Jh. war C. ein Bauerndorf geblieben; die Einwohner leben von Viehzucht, Getreide- und Tabakanbau. 1994 Massenselbstmord von 23 Mitgliedern des Sonnentemplerordens.


Literatur
– R. Michaud, «Monographie d'exode rural», in Agrarpolit. Revue 14, 1958, 189-206

Autorin/Autor: Marianne Rolle / AW