04/01/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Chandon

Ehem. polit. Gem. FR, Broyebez., die 1994 in die ebenfalls am Bach Le C. gelegene polit. Gem. Léchelles eingemeindet wurde. 1123 Candone, 1228 Chandun. 1811 111 Einw.; 1888 210; 1960 163; 1990 95. Innerhalb der Überreste röm. Villen fand man Gräber aus dem 6. und 7. Jh. Bis 1478 hing C. von der Herrschaft Montagny ab, dann von der gleichnamigen freiburg. Vogtei und war schliesslich bis 1848 Teil des gleichnamigen Bezirks. Die Kirche hing von 962 an vom Cluniazenserpriorat Payerne ab, wurde 1228 Pfarrkirche, war vom 17. Jh. an bis 1859 Zentrum der Pfarrei Léchelles und ist seither deren Filialkirche. Ein bescheidener älterer Kirchenbau (Patron: Johannes der Täufer) wurde 1583 durch ein neues Gebäude ersetzt, dieses 1865 restauriert. Der bestehende Bau datiert von 1872. Die Niederlassung ref. bernischer Bauern vom späten 19. Jh. an (1880 4 ref. Einw.; 1950 54; 1990 25) weckte Befürchtungen bei den kirchl. Autoritäten. 1950 waren 41% der Einwohner deutschsprachig, 1980 nur noch 11%. Das abseits, auf der Linie der geplanten Hochspannungsleitung Galmiz-Verbois gelegene Dorf ist nach wie vor landwirtschaftlich geprägt.


Literatur
– L. Waeber, Eglises et chapelles du canton de Fribourg, 1957
GeschFR 1
– S. Jäggi, Die Herrschaft Montagny, 1989

Autorin/Autor: Gérard Guisolan / SK