Tiguriner

Kelt. Stamm (Kelten), der durch seine Teilnahme an der Wanderung der Kimbern und Teutonen bekannt wurde. Gemeinsam siegten sie 107 v.Chr. in der Schlacht bei Agen, in der Divico, der Anführer der T., die Römer unter das Joch zwang. 101 v.Chr. entgingen die Tigurini ihrer Vernichtung bei Vercelli. Laut Caesar ("De bello gallico" I, 12) war der pagus Tigurinu einer der vier pagi der Helvetier (58 v.Chr.). Die Ansichten über das Siedlungsgebiet der T. Ende des 2. Jh. v.Chr. (östlich des Rheins oder südlich des Mains) und ihre Nähe zu den Helvetiern gehen auseinander. Gemäss einer frühröm. Inschrift lebten T. in den Norischen Alpen. Belegt ist, dass sie sich in röm. Zeit im westl. Mittelland, im Gebiet von Avenches, aufhielten, doch lässt sich nicht genau bestimmen, wann sie sich dort niedergelassen hatten.


Literatur
SPM 4-5
– M. Tarpin, «Les Tigurins étaient-ils des Helvètes?», in D'Orgétorix à Tibère, 1997, 11-20
– G. Kaenel, L'an -58. Les Helvètes, 2012

Autorin/Autor: Gilbert Kaenel / EM