Sequaner

Stamm der Kelten aus Ostgallien und Nachbarn der Helvetier. Klaudios Ptolemaios berichtete in seinem "Handbuch der Geographie" (2, 9, 21), dass die S. einen Teil des Mittellands besetzt hätten. Die Ankunft der Helvetier habe sie zum Rückzug in den Jura gezwungen, was jedoch bloss eine Vermutung ist. Laut Caius Iulius Caesars "De bello gallico" (I, 9) erlaubten die S. den Helvetiern, bei deren Auszug 58 v.Chr. durch ihr Gebiet zu ziehen. Die Grenzen ihres Territoriums wurden im 2. und 1. Jh. v.Chr. verändert. Einerseits im linksrheinischen Gebiet, nachdem sie den germ. König Ariovist kurz vor dem Einzug Caesars und dem Beginn des Gall. Kriegs zu Hilfe gerufen hatten. Andererseits im Westen im Tal der Saône, wo sie mit den Häduern stritten, die sich im Burgund niedergelassen hatten, um die Kontrolle dieser wichtigen Verkehrsachse zu erlangen. Ebenfalls Caesar zufolge ("De bello gallico", I, 38) war Besançon (Vesontio) ihr wichtigstes Oppidum in röm. Zeit und wurde die Hauptstadt der S. In der späten Kaiserzeit wurde die Provinz Sequania, die spätere Maxima Sequanorum, nach den S. benannt.


Literatur
– S. Fichtl, «Les peuples du Jura à l'époque de César», in L'isthme européen Rhin-Saône-Rhône dans la Protohistoire, hg. von A. Richard et al., 2009, 361-367

Autorin/Autor: Gilbert Kaenel / ASCH