Châbles

Ehemalige politische Gemeinde FR, Broyebezirk, seit 2017 mit Cheyres Teil der Gemeinde Cheyres-Châbles. Geschlossenes Dorf über dem Neuenburgersee, am Verkehrsweg von Avenches nach Yverdon-les-Bains gelegen, der bis in die röm. Zeit zurückgeht. 1811 279 Einw.; 1850 359; 1870 294; 1900 326; 1920 286; 1950 322; 1980 286; 2000 491. 1996-2000 wurde in C. die grösste in der Schweiz bekannte Nekropole aus der mittleren Bronzezeit ausgegraben. 1890 wurden in Les Crottes drei in die Molasse gehauene frühma. Gräber entdeckt. C. war Teil der Herrschaft Font, die 1536 zu Freiburg kam (Vogtei Font-La Molière, später Font-Vuissens). Der Pestzug von 1628 und ein Dorfbrand 1642 trafen das Dorf schwer. C., Font und Châtillon bildeten zusammen eine Grossgemeinde; nach der Teilung der Bürgergemeinde und der gemeinsamen Güter der Grossgemeinde entstanden 1801 einzelne Gemeinden. Kirchlich ist C. von der Pfarrei Font abhängig geblieben. Das Kalvarienbergkreuz datiert aus dem 16. Jh., die Marienkapelle wurde 1939 errichtet. Im 18. Jh. betrieben die Einwohner Kastanienkultur und Rebbau (1832 13 ha), der jedoch mit dem Auftreten der Reblaus verschwand. Sie nutzten fünf Sandstein- und Molassebrüche; 1940 wurde der letzte Steinbruch geschlossen. Seit 1934 ist im Hôtel des Bains (1896 erbaut) das Dominikanerinnenkloster Béthanie untergebracht. Eine Flurbereinigung begann 1957. Das ursprüngl. Bauerndorf, das an der A1 liegt, entwickelte sich in letzter Zeit zu einem Wohnort mit vielen Wegpendlern.


Literatur
– F. de Vevey, C., 1973
JbSGUF 1998, 267-268; 2000, 204

Autorin/Autor: Gérard Guisolan / SK