08/12/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Flugplätze

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F. sind Gelände mit Landebahnen zum Starten und Landen der Luftfahrzeuge sowie mit Anlagen zur Abwicklung des zivilen (Luftfahrt) und militär. Flugbetriebs (Luftwaffe).

Den sporad. Schaufliegen der Flugpioniere genügten die Grasflächen stadtnaher Allmenden. Dort entstanden 1910 erste F., u.a. Dübendorf, Bern (Beundenfeld) und die Luftschiffstation Luzern. Das Gros der heutigen zivilen F. des Mittellandes kam erst in der Zwischenkriegszeit auf, v.a. in den 1930er Jahren mit den ersten Linien- und Postflügen ins In- und Ausland. Ihre Anlage, ob auf Initiative von flugbegeisterten Privaten, Aero-Clubs oder Gemeinden, erforderte grosse Flächen unkultivierten Landes (Allmenden, Moose, Riede) möglichst nahe der Städte. Sumpfiger Baugrund und Lagen zwischen Hügeln waren für die anfänglich kurzen Graspisten und leichten Flugzeuge kein Hindernis, erzwangen aber später die Verlegung aus Platzgründen (z.B. 1948 von Dübendorf nach Kloten) und kostspieligen Pistenbau (Zürich-Kloten) oder behinderten den Ausbau überhaupt (Bern-Belp).

Unter dem Eindruck des kriegsbedingten Aufschwungs der Luftfahrt begann noch während des 2. Weltkriegs der Wettlauf unter den Städten Genf, Basel, Bern und Zürich um den Anschluss an den erwarteten internat. Flugverkehr (Verkehr). Gleich nach Kriegsende setzte der Ausbau der F. unter Hochdruck ein, 1946 in Genf-Cointrin (erster Flughafen 1920), dann -- zusätzlich je mit einer Standortverlegung verbunden -- in Basel-Mulhouse (1946 ins Elsass verlegt, 1949 Staatsvertrag mit Frankreich) und in Zürich (1948). Die Bundesstadt Bern klärte versch. Standorte für den Bau eines nahen interkontinentalen Flughafens ab. Als aber alle Projekte an örtl. Widerständen scheiterten, wurde der seit 1929 bestehende Flugplatz Bern-Belp erweitert.

Der rasche Ausbau weiterer F. führte zur Aufgabenteilung und zur Definition ihrer rechtl. Stellung im gesamtschweiz. Kontext. Das erste Konzept des Bundes (1945) hatte keinen Zentralflughafen, sondern die dezentrale Versorgung der Schweiz durch vier Grossflughäfen vorgesehen. Realisiert wurden schliesslich deren drei: Zürich, Basel-Mulhouse und Genf-Cointrin stehen im Rang von Landesflughäfen mit (inter-)kontinentalem Linienverkehr bei deutl. Dominanz des Flughafens Zürich. Im Unterschied dazu dienen die Regionalflughäfen Altenrhein, Bern-Belp, Birrfeld (Gem. Lupfig), Ecuvillens (gem. Hauterive FR), Grenchen, Lausanne-la Blécherette (1911), Les Eplatures (Gem. La Chaux-de-Fonds, 1916), Lugano-Agno, Samedan und Sitten dem Anschluss der Regionen an den internat. Luftverkehr. Sie sind zudem regionale Stützpunkte für den Geschäftsreiseverkehr, für Tourismus und Flugsport sowie für die Aus- und Weiterbildung in Berufen der Luftfahrt. Insbesondere Bern-Belp und Lugano, in geringerem Ausmass auch Altenrhein und Sitten, sind Linienflügen des Regionalluftverkehrs geöffnet. Den 36 Flugfeldern ohne öffentl. Luftverkehr gehören die allg. Luftfahrt, Flugausbildung, Flugsport und Flugtouristik. Ausschliesslich dem Helikopterverkehr vorbehalten sind die 24 Heliports. Die Flughäfen (Airports) sind vom Eidg. Dep. für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation konzessioniert. Es gilt ein Zulassungszwang. Die Flugfelder (ohne Zulassungszwang) benötigen eine Bewilligung des Bundesamtes für Zivilluftfahrt.

Die F. verteilen sich ungefähr hälftig auf das Flachland (Mittelland, Talebenen) und auf höher gelegene Regionen im Jura und v.a. im Voralpen- und Alpenraum, wo Heliports und Militär-F. dominieren. Einzelne "Winterflugplätze" (z.B. St. Moritz) dienen v.a. dem Tourismus. Keine F. im herkömml. Sinn sind die auf max. 48 begrenzten Gebirgslandeplätze auf Firnen und Graten (u.a. Jungfraujoch) für Flugausbildung und Personenbeförderung zu tourist. Zwecken.

2001 verfügte die Schweiz für die Zivilluftfahrt über ein Netz an F.n, dessen Dichte jenem anderer Industriestaaten Westeuropas vergleichbar ist. Insgesamt existierten 86 F., davon drei Militärflugplätze mit ziviler Mitbenützung und acht ehemalige Militärflugplätze mit ziviler Nutzung.


Literatur
Ber. über die schweiz. Luftfahrtpolitik, 1980
Encycl.GE 3, 190-194
Encycl.VD 11, 237-240

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler