Risch

Polit. Gem. ZG, bestehend aus den Dörfern Risch und Buonas am Zugersee sowie Weilern, Einzelhöfen und dem Hauptort Rotkreuz im westl. Hinterland zur Reuss hin. Um 1150 Risla, 1159 Rische. 1743 667 Einw.; 1799 736; 1850 1'005; 1900 1'047; 1950 1'630; 1970 3'182; 1990 5'414; 2000 7'241. Gräberfunde bei Holzhäusern lassen einen röm. Gutshof vermuten. Ortsnamen weisen auf eine frühma. alemann. Besiedlung hin. Die Anfänge der Pfarrkirche reichen ins 8. oder 9. Jh. zurück. Die Pfarrei umfasste zwei ma. Territorien, die im Spannungsfeld der Städte Zug und Luzern entstanden. Erstere konnte ihre Ansprüche im nördl. und westl. Teil durchsetzen. 1486 übernahm sie vom Kloster Muri den Hof Gangolfswil. Die gleichnamige Vogtei wurde von einem städt. Obervogt und einem aus den Vogtleuten gewählten Untervogt verwaltet. Innere Angelegenheiten der Vogtei mit Verwaltungsmittelpunkt Holzhäusern regelte die Genossame Gangolfswil. Mithilfe der Stadt Luzern bauten die Hertenstein gestützt auf die Feste Buonas und die Eigenkirche R. im südöstl. Teil die Gerichtsherrschaft Buonas auf. Obschon Zug die Hochgerichtsbarkeit und weitere Rechte zustanden, misslangen Versuche, Buonas ganz seiner Hoheit zu unterwerfen. Die in der Folge kantonsübergreifenden Pfarreigrenzen wurden erst im 20. Jh. bereinigt.

1798 wurde das Gebiet der aufgelösten Vogtei Gangolfswil und der ehem. Herrschaft Buonas zur Gem. R. zusammengefasst, in der aufgrund der Siedlungsstruktur und in Ermangelung eines eindeutigen Zentrums die Landwirtschaft bis in die Mitte des 20. Jh. dominant blieb. Arbeiteten 1850 fast drei Viertel aller Berufstätigen in diesem Bereich, waren es 1955 immer noch über 50%; 2005 waren es dann mit 2,3% weniger als der Landesdurchschnitt, der bei 5,4% lag. Den entscheidenden Einschnitt markierte 1882 die Inbetriebnahme des Südbahnabschnitts Rotkreuz-Immensee als Zubringer zur gleichzeitig eröffneten Gotthardstrecke. Der Weiler Rotkreuz wurde zum wichtigen Eisenbahn-, ab 1979 auch Autobahnknotenpunkt (A4 und A14) und entwickelte sich in der 2. Hälfte des 20. Jh. zum Mittelpunkt der Gem., deren Einwohnerzahl sich zwischen 1960 und 2000 mehr als verdreifachte. Die Zahl der Arbeitsplätze nahm noch stärker zu, 2005 übertraf die Anzahl der Zu- jene der Wegpendler um mehr als ein Viertel.


Literatur
– R. Hediger, R., 1986
– A. Baumgartner, Herrschaftswandel und Gemeindebildung im Zuger Ennetsee 1300-1550, Liz. Zürich, 1997

Autorin/Autor: Renato Morosoli