Leimbach (ZH)

Ehem. Fraktion der ehem. polit. Gem. Enge und Wollishofen, in der polit. Gem. Enge auch Zivilgem. (ca. 1850/55 aufgelöst). 1893 wurde L. mehrheitlich in die polit. Gem. Zürich (Kreis 2 zusammen mit Enge) eingemeindet. Der Siedlungsverband L. im Sihltal bestand aus den Weilern Ober-, Mittel- und Unter-L. sowie aus den Einzelhöfen Höckler, Frymannhäuser, Hüsli und Ris. Ober-L., das zur Gem. Wollishofen gehörte, wurde 1893 auf Begehren der Anwohner der polit. Gem. Adliswil zugeteilt. 946 Leimbach. 1666 50 Einw.; 1850 168; 1900 173; 1950 2'224; 1990 4'622. L. war bis 1798 Teil der zürcher. Obervogtei Wollishofen. Mit Ausnahme von Ober-L. (Pfarrei Kilchberg) gehörte L. zur Stadtzürcher Pfarrei St. Peter. Die Filialkapelle St. Gilgen wird 1314 erwähnt, die Kollatur besass die Fam. Manesse. Das Gotteshaus wurde während der Reformation profaniert. Die ref. Kirche von 1899 wurde 1968 durch einen Neubau ersetzt. Die kath. Kirche und die Pfarrei Maria-Hilf bestehen seit 1950 bzw. 1974. Bis ins ausgehende 18. Jh. war L. eine bäuerl. Siedlung, 1789 wurden 26 Haushalte, darunter 22 Landwirte und Rebbauern, drei Taglöhner und ein Schulmeister gezählt. 1834 wurde ein Feuerspritzen- und 1836 ein Schulhaus im Ris zwischen Mittel- und Unter-L. erstellt. Die Erschliessung von L. war unzureichend. 1517 erhielt L. ein winterl. Wegrecht durch die Allmend Wollishofen, ein Markt- und Kirchweg führte durch die Allmend Brunau. Eine neue Strassenverbindung nach Zürich wurde 1892 gleichzeitig mit der Sihltalbahn eröffnet. Damit setzte eine zunächst zaghafte, nach dem 2. Weltkrieg beschleunigte Entwicklung zum Zürcher Stadtquartier ein. 1908 wurde ein Quartierverein gegründet, 1926 begann der genossenschaftl. und kommunale Wohnungsbau, u.a. mit der Wohnkolonie Leimbachstrasse der Allg. Baugenossenschaft Zürich (1926) und der Wohnkolonie Sonnenhalde (1931).


Literatur
– H. Binder, «Wie Oberleimbach vor 100 Jahren zu Adliswil kam», in Bl. der Vereinigung Pro Sihltal 42, 1992, 11-15
Hundert Jahre Gross-Zürich, Ausstellungskat. Zürich, 1993, 70-81

Autorin/Autor: Martin Illi