07/02/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Sool

Ehem. polit. Gem. GL, die 2011 mit Betschwanden, Braunwald, Elm, Engi, Haslen, Linthal, Luchsingen, Matt, Mitlödi, Rüti, Schwanden und Schwändi zur neuen Gem. Glarus Süd fusionierte. Kleines Dorf im Glarner Hinterland über Linth und Sernf auf der Abbruchmasse eines prähist. Bergsturzes gelegen. Umfasst Ober- und Untersool sowie den Weiler Wart im Sernftal. 1303-07 soler tagwan. 1777 143 männl. Glarner Bürger; 1850 539 Einw.; 1900 461; 1950 429; 2000 303. Der Handelsweg ins Sernftal führte schon im MA über S., Wart und den sog. Soolsteg. Bis 1395 war S. dem Kloster Säckingen abgabenpflichtig. Ursprünglich nach Glarus pfarrgenössig, wurde S. 1349 der Kirche Schwanden zugeteilt. Seit 1528 ist die Bevölkerung mehrheitlich reformiert. Im MA wurden Schafe, später auch Grossvieh gehalten und auf den Alpen gesömmert. Bis 1769 verfügte S. über gemeinsamen Waldbesitz mit Schwändi und Mitlödi. 1713 brannten in Obersool 15 Häuser ab. Das erste Schulhaus wurde 1832, das heutige Primarschulhaus 1902 eingeweiht. Im Gebäude der 1872 eröffneten Weberei der Brüder Aebly im Steg wurde 1969 ein Kunststoffspritzwerk untergebracht (seit 2003 Weidmann + Co AG). 2005 stellte der 1. Sektor 46% der Arbeitsplätze.


Literatur
– R. von Arx et al., Industriekultur im Kt. Glarus, 2005, 284

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach