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Rüti (GL)

Ehemalige politische Gemeinde GL, Haufendorf im Grosstal, auf der rechten Seite der Linth. 2011 fusionierten die Gem. R., Betschwanden, Braunwald, Elm, Engi, Haslen, Linthal, Luchsingen, Matt, Mitlödi, Schwanden (GL), Schwändi und Sool zur neuen Gemeinde Glarus Süd. Um 1340 Rüti. 1692 256 Einw.; 1837 814; 1850 809; 1900 919; 1950 821; 2000 444. Bis 1836 bildete R. mit dem Linthaler Ennetlinth, mit dem es durch die älteste, 1388 erstmals erw. Linthbrücke verbunden ist, einen Wahltagwen. 1939 trennte sich das ehem. Alpgebiet Braunwald von der Gemeinde. Bis 1395 leistete R. Abgaben ans Kloster Säckingen. Die Gem., die ursprünglich nach Glarus, ab etwa 1300 nach Betschwanden kirchgenössig war, schloss sich 1528 der Reformation an. Am Haus Spielhof aus dem frühen 16. Jh. finden sich Überreste eines ma. Wohnturms, an den das Haus angebaut wurde. Im 17. Jh. unterhielt Glarus auf Landeskosten eine Schiessanlage in R. Die Land- und Alpwirtschaft bildete bis ins 19. Jh. die wichtigste Einnahmequelle. Der Niedergang der im 18. Jh. verbreiteten Baumwollhandspinnerei und das Bevölkerungswachstum führten um 1770 zur Verarmung der Bevölkerung, der erst die Eröffnung einer mechan. Baumwollspinnerei und -weberei 1847 sowie einer Woll- und Baumwollweberei 1850 entgegenwirkte. Beide Betriebe zogen um 1900 viele ausländ. Arbeiter an und wurden 2002 geschlossen. 1834 baute R. ein Schulhaus, führte 1984-2004 die Primarschule gemeinsam mit Diesbach und Betschwanden und bildet seither mit Betschwanden und Linthal einen Schulkreis. 1879 erhielt das Dorf Anschluss an die Schweiz. Nordostbahn. 2005 stellte der 1. Sektor 46% der Arbeitsplätze in R.


Literatur
– G. Heer, Bl. zur Gesch. der Dorfschaft R., 1906, 1910, 1916
– M. Schindler, «Die Gem. R. im 20. Jh.», in Neujahrsbote für das Glarner Hinterland 1967, 72-82

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach