Riedern

Ehemalige politische Gemeinde GL, seit 2011 Teil der Gemeinde Glarus. Dorf am Eingang des Klöntals, nordwestlich von Glarus. Um 1350 Riedern. 1777 102 männl. Glarner; 1850 341 Einw.; 1900 556; 1950 660; 2000 622; 2005 740. Vermutlich alemann. Siedlung. Bis 1395 war R. dem Kloster Säckingen abgabenpflichtig. Im MA betrieben die Dorfbewohner Schafzucht, später hielten sie auch Grossvieh. Wohl ab 1387 wurde R. zum Ort Glarus gezählt und war auch dorthin kirchgenössig, bildete aber eine eigene Genossame. Diese löste sich zwischen 1543 und 1630 von Glarus und wandelte sich zu einer selbstständigen Gemeinde. Als Wahltagwen blieb R. mit Glarus verbunden. 1630 trat Netstal Rechte über die Weiler Bruch, Au und Durschen an R. ab. Ab der Reformation war R. paritätisch, jedoch mehrheitlich reformiert. 1595 werden erstmals Handwerker (Kübelmacher, also Küfer) erwähnt. Zahlreiche, im 18. Jh. im Glarnerland aufgestellte Brunnentröge aus Kalkstein wurden in R. gehauen. 1855 baute Matheus Staub am Löntsch eine Bleicherei, der er 1866 eine Weberei angliederte. Eine weitere Weberei bestand 1868-1910 im Auli. 1862 wurde die Kirchgem. Glarus-R. gegründet. 1872 erfolgte der Bau des Schulhauses, das 1876 von der Schulgem. Glarus-R. übernommen wurde. Zu Beginn des 21. Jh. gab es in den Bereichen Metallbau, Schweisstechnik und Orgelpfeifenbau tätige Kleinbetriebe. 2005 stellte der 2. Sektor 47% der Arbeitsplätze in R.


Literatur
– B. Stüssi, Aus der Gesch. der Allg. Brunnenkorporation R., 1933, (SA aus Glarner Nachrichten)
– J. Winteler, «Entstehung der selbständigen Gem. R.», in Glarus, 1961, 9-12
– R. Stüssi-Dürst, R., 1998

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach