06/07/2006 | Rückmeldung | PDF | drucken

Irgenhausen

Das röm. Kastell von I. liegt rund 1,5 km südöstl. der Kirche von Pfäffikon ZH auf einem Hügel, rund 400 m vom Ostufer des Pfäffikersees entfernt an der röm. Verbindungsstrasse, die von Kempraten bei Rapperswil zum Vicus in Oberwinterthur führte. Alarmiert durch die Nachricht, dass die antiken Mauern auf dem Kastellhügel zum Bau einer Fabrik z.T. bereits abgebrochen worden waren, kaufte die Antiquarische Gesellschaft in Zürich 1898 das Gelände und führte 1898-1908 archäolog. Untersuchungen durch. Gleichzeitig wurden die Mauern restauriert. Beim Kastell handelt es sich um eine weitgehend quadrat. Anlage mit Seitenlängen von ca. 60 m, vier Ecktürmen (8 x 8 m) und drei Mitteltürmen an Nord-, West- und Südfront (6 x 6 m). Der Hauptzugang erfolgte, vermutlich durch einen Torturm, in der Mitte der Ostfront. Ausgrabungen legten unter dem südl. Eckturm das Hypokaustum (Unterbodenheizung) eines älteren röm. Gutshofes aus dem 1. bis 3. Jh. frei. Auf seinen Ruinen wurde - nach den unruhigen Zeiten in der 2. Hälfte des 3. Jh. und wohl zur Zeit Diokletians (284-305) - das Kastell als rückwärtige Basis zum Schutz der Rheingrenze und der Verbindungsstrasse errichtet.


Literatur
– E. Meyer, Das röm. Kastell I., 1969

Autorin/Autor: Andreas Zürcher