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Obstalden

Ehemalige politische Gemeinde GL, seit 2011 mit Bilten, Filzbach, Mollis, Mühlehorn, Näfels, Niederurnen und Oberurnen Teil der neuen Gemeinde Glarus Nord. Sie umfasste das gleichnamige mittlere Dorf (685 m) sowie die Weiler Mülital, Voglingen, Nidstalden, Stocken und Walenguflen. 1310 Obstalden. 1888 489 Einw.; 1900 472; 1950 497; 2000 434. 1406/15 wurde O. ins Glarner Landrecht aufgenommen. Bis ins 14. Jh. war es nach Schänis kirchgenössig. Die um 1300 erbaute und 1444 erstmals erw. Kirche verfügt über Wandmalereien aus dem 14. und 15. Jh. Die Reformation erfolgte 1528. O. kaufte sich 1593 vollständig von Schänis los. Um 1400 ist die sog. Heimkuhgenossame (gemeinsame Nutzung v.a. der Allmendwiesen durch östlich des Sallerntobels Wohnende) erstmals fassbar; 1806 trennte sich Mühlehorn von O. ab. Im 17. und 18. Jh. bildeten sich alte und neue Alpgenossame zur Nutzung der Alpweiden. Im 17. Jh. baute man im Mürtschengebiet Eisen- sowie v.a. Kupfer- und Silber ab; 1848-64 und 1916-20 wurde der Abbau wieder aufgenommen. Im 18. Jh. war die Handspinnerei weit verbreitet. 1881-82 errichtete O. das heutige Primarschulhaus, 1961 das Sekundarschulhaus, das 1973 zur Realschule des Oberstufenschulkreises Kerenzen-Mollis wurde. 2005 stellte der 1. Sektor 53% der Arbeitsplätze in Obstalden.


Literatur
Die Kirche von O., o.J. [nach 1980]
– D. Stauffacher, 100 Jahre Primarschulhaus O. 1884-1984, 1984
– E. Menzi, Die Körperschaften am Kerenzerberg, 1986

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach