29/04/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Obstalden

Polit. Gem. GL, die das mittlere Dorf (685 m) im Wahlkreis Kerenzen sowie die Weiler Mülital, Voglingen, Nidstalden, Stocken und Walenguflen umfasst. 1310 Obstalden. 1888 489 Einw.; 1900 472; 1950 497; 2000 434. 1406/15 wurde O. ins Glarner Landrecht aufgenommen. Bis ins 14. Jh. war es nach Schänis kirchgenössig. Die um 1300 erbaute und 1444 erstmals erw. Kirche verfügt über Wandmalereien aus dem 14. und 15. Jh. Die Reformation erfolgte 1528. O. kaufte sich 1593 vollständig von Schänis los. Um 1400 ist die sog. Heimkuhgenossame (gemeinsame Nutzung v.a. der Allmendwiesen durch östlich des Sallerntobels Wohnende) erstmals fassbar; 1806 trennte sich Mühlehorn von O. ab. Im 17. und 18. Jh. bildeten sich alte und neue Alpgenossame zur Nutzung der Alpweiden. Im 17. Jh. baute man im Mürtschengebiet Eisen- sowie v.a. Kupfer- und Silber ab; 1848-64 und 1916-20 wurde der Abbau wieder aufgenommen. Im 18. Jh. war die Handspinnerei weit verbreitet. 1881-82 errichtete O. das heutige Primarschulhaus, 1961 das Sekundarschulhaus. Seit 1973 besteht die Realschule des Oberstufenschulkreises Kerenzen-Mollis. 2005 stellte der 1. Sektor 53% der Arbeitsplätze in der Gemeinde. Die Fusion von O. mit den Gem. Bilten, Filzbach, Mollis, Mühlehorn, Näfels, Niederurnen und Oberurnen wurde per 2011 genehmigt.


Literatur
Die Kirche von O., o.J. [nach 1980]
– D. Stauffacher, 100 Jahre Primarschulhaus O. 1884-1984, 1984
– E. Menzi, Die Körperschaften am Kerenzerberg, 1986

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach