Botanische Gärten

Der erste eigentl. botan. Garten der Schweiz wurde 1589 an der Univ. Basel angelegt. Weitere B., die akadem. Zwecken dienten, folgten 1748 in Zürich, 1786 in Bern, 1817 in Genf, 1937 in Freiburg und 1955 in Neuenburg. Ein breites botan. lnteresse (Botanik) der Öffentlichkeit und der aufgekommenen Naturforschenden Gesellschaften (Gelehrte Gesellschaften) führte in der 2. Hälfte des 19. Jh. zur Gründung städt. B. (z.B. Lausanne, St. Gallen, Arboretum in Zürich). Weitere Gärten entstanden im 20. Jh. (Isole di Brissago, Städt. Sukkulentensammlung Zürich, Arboretum in Aubonne, neuer Botan. Garten der Univ. Zürich, zweiter botan. Garten Basels in Brüglingen).

Eine Spezialform sind Alpengärten. Sie wurden in der 2. Hälfte des 19. Jh. zuerst in der Westschweiz und im Zusammenhang mit dem Tourismus angelegt. Von den einst vielen Alpengärten werden heute noch sieben grosse gepflegt: Schatzalp bei Davos, Schynige Platte bei Interlaken, Aletschzentrum Riederalp, Champex (Gem. Orsières), La Linnea am Gr. St. Bernhard, La Thomasia oberhalb von Bex und La Rambertia oberhalb von Montreux. Im Unterland angelegte Alpengärten heissen Alpinum, eine Gartenform, die heute in den meisten B. vertreten ist. Platzknappheit sowie die Verlagerung der Bedürfnisse wie auch der Gartenstile verwischten die Spuren aus den Anfängen. An historisch bedeutenden Gebäuden erhalten geblieben sind das Victoria-Gewächshaus (1898) im Botan. Garten Basel sowie das Palmenhaus (1877) des ehemaligen Zürcher Botan. Gartens. Die Entwicklung der B. über die letzten 150 Jahre verläuft von ursprünglich rein systematisch angeordneten über die parkartigen hin zu den mehrheitlich ökologisch und pädagogisch ausgerichteten Gärten.


Literatur
– H.R. Heyer, Hist. Gärten der Schweiz, 1980
– E. Ruoff, Gartenführer der Schweiz, 1980
– J. Prest, The Garden of Eden, 1981

Autorin/Autor: Felix Naef