• <b>Zoologische Gärten</b><br>Werbeplakat für den Zürcher Zoo von  Rudolf Wening,   1937 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).

Zoologische Gärten

Schon vor der Entstehung der Z. wurden in Stadtgräben wilde Tiere gehalten, z.B. in Bern ab dem 15. Jh. Bären und Hirsche. 1869 gründete der Zürcher Stadtforstmeister Carl Anton Ludwig von Orelli in der Gem. Langnau am Albis den Wildpark Langenberg, der wie der 1874 in Basel eröffnete Zoolog. Garten in den Anfängen die einheim. Tierwelt zeigte, was sich in Basel als wenig publikumswirksam erwies. 1886 führte der "Zolli" deshalb den ersten Elefanten ein, andere exot. Tiere folgten. 1879-1935 fanden im Basler Zoo auch 21 sog. Völkerschauen statt, an denen Gruppen von "Negern", "Fischmenschen" oder "Hottentotten" samt Nachbildungen ihrer Behausungen bestaunt werden konnten. Der Natur- und Tierpark Goldau wurde 1925 ins Leben gerufen. Im Felssturzgebiet leben v.a. europ. Arten. Der Zoo Zürich entstand 1929 als private Genossenschaft. Hier werden seit der Gründung fremde und einheim. Arten gehalten. 1937 öffnete schliesslich in Bern der städt. Tierpark Dählhölzli seine Tore, der v.a. europ. Tierarten beherbergt. Neben diesen fünf Z. bestehen in der Schweiz rund 60 meist private Tierparks.

<b>Zoologische Gärten</b><br>Werbeplakat für den Zürcher Zoo von  Rudolf Wening,   1937 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).<BR/><BR/>
Werbeplakat für den Zürcher Zoo von Rudolf Wening, 1937 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
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Während im 19. Jh. möglichst viele Arten nebeneinander zur Schau gestellt wurden, leben die Tiere heute in Ausschnitten ihres natürl. Lebensraums. Kleine Käfige und Tierhausbauten im exot. Stil wichen grossräumigen, bepflanzten Freianlagen. Heute sehen die Z. ihre Hauptaufgaben in den Bereichen Erholung, Information, Arterhaltung und Forschung. Die Entwicklung der modernen Tiergarten-Biologie - v.a. die Gestaltung tiergerechter Gehege - wurde bis in die 1970er Jahre massgeblich von Heini Hediger beeinflusst.

Die fünf genannten Z. zogen 2000 rund 2,8 Mio. Besucher an. Basel, Goldau, Langenberg und Zürich sind in der Gesellschaft "zooschweiz" zusammengeschlossen. Sie richten ihr Handeln nach der 1993 formulierten Welt-Zoo-Naturschutzstrategie, welche die Erhaltung der natürl. Ökosysteme anstrebt, und suchen entsprechende Ausstellungskonzepte zu realisieren (z.B. die neue Madagaskar-Halle im Zürcher Zoo). Vertreter des Tierschutzes kritisierten Ende des 20. Jh. die Tierhaltung in zahlreichen Privatzoos, weshalb der Kinderzoo Rapperswil (SG) sein Delphinarium Mitte 1998 aufgab.


Literatur
– R. Geigy et al., 100 Jahre Zoolog. Garten Basel, 1974
50 Jahre Zoo Zürich, 1979
– H. Sägesser, K. Robin, Das Dählhölzli im Spiegel seiner Tiere, 1987
– B. Staehelin, Völkerschauen im Zoolog. Garten Basel, 1993
125 Jahre Wildpark Langenberg, 1994

Autorin/Autor: Andrea Weibel