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Mitlödi

Ehemalige politische Gemeinde GL, seit 2011 mit Betschwanden, Braunwald, Elm, Engi, Haslen, Linthal, Luchsingen, Matt, Rüti, Schwanden (GL), Schwändi und Sool Teil der neuen Gemeinde Glarus Süd. Haufendorf des Glarner Hinterlands, auf prähist. Bergsturzmasse an der Linth gelegen, mit dem Dorfteil Ennetlinth am rechten Linthufer. Um 1320 Mitlodi. 1777 183 männl. Glarner Bürger; 1850 649 Einw.; 1900 736; 1950 821; 2000 1'030. Nördlich von Sool steht die Ruine der wohl vom späten 12. bis ins frühe 13. Jh. bewohnten Burg Sola. Mit Schwändi und Sool zusammen bildet M. den gleichnamigen Wahlkreis. Bis 1395 hatte M. dem Kloster Säckingen Abgaben zu leisten. Kirchlich gehörte es zu Glarus, ab 1528 war es mehrheitlich reformiert. Die ref. Kirche wurde 1725 gebaut. Die Katholiken blieben bis 1895 nach Glarus pfarrgenössig, nachher wurden sie Schwanden zugeteilt. Seit 1951 verfügt M. über eine kath. Kapelle. Im MA betrieben die Bauern selbstversorgende Landwirtschaft mit Kleinviehzucht, im 17. und 18. Jh. vermehrt Grossviehzucht. Tischexport, Wattemacherei bzw. -handel und Baumwollverlagswesen führten in der 2. Hälfte des 18. Jh. zu wirtschaftl. Aufschwung. Nach der Stiftung eines Schulguts 1761 bestand ab 1771 für den evang. Teil eine eigene Schule, die 1859 auch kath. Kinder aufnahm. Um 1800 existierte vorübergehend eine kath. Schule. 1841 baute M. ein neues Schulhaus. Ab 1857 wurde im Ennetlinth eine grosse Baumwolldruckerei betrieben, die 1893 in eine Seidendruckerei umgewandelt wurde. Bis ca. 1900 entstanden in der Gem. prunkvolle Villen. 1879 erhielt M. einen Anschluss an die Nordostbahn. Die in den 1930er Jahren neu eröffnete Seidendruckerei Mitlödi AG wurde ab 1997 als Mitloedi Textildruck AG weitergeführt. Weitere Fabriken produzierten Pharmazeutika, Margarine, Werkzeuge und Maschinen. 2005 stellte der 2. Sektor rund sieben Zehntel der Arbeitsplätze.


Literatur
– A.G. Kind, Die Kirchgem. M. in zwei Jahrhunderten ihres Bestehens 1725-1925, 1925
– C.H. Brunner, Kirche und Welt im Dorf, 1979
– C.H. Brunner, Sorgen sind Wächter, die nicht schlafen lassen, 1983

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach