Olten (Bezirk)

Bez. SO mit 15 Gem. (2008), hervorgegangen 1623, 1798 und 1814 aus Teilen hist. Landschaften, die der Stadt O. angegliedert wurden. 1798 6'385 Einw.; 1850 9'252; 1900 17'764; 1950 34'587; 2000 48'986. Die Bevölkerungszunahme geht in erster Linie auf die Industriestandorte O., Schönenwerd und Dulliken zurück, ab 1960 auch auf die Agglomerationsbildung rund um O.

1623 wurde das Werderamt von der Vogtei Gösgen abgetrennt; fortan bildeten die südlich der Aare gelegenen Dörfer Starrkirch-Wil, Dulliken, Walterswil, Däniken, Gretzenbach, Schönenwerd, Eppenberg-Wöschnau mit O. bis 1798 das Schultheissenamt O. Dabei fiel das Gericht Safenwil mit dem Wyniger Vertrag 1665 an Bern. Dem Vogt von Gösgen blieb noch der Schutz des Stiftes Werd (sog. Kastvogtei). Mit der Helvetik erfuhr der patriotisch gesinnte Distriktshauptort 1798 eine wesentl. Vergrösserung seines Einflussgebiets. Der Distrikt O. umfasste nun auch die ehem. Vogtei Gösgen und dehnte sich mit der Angliederung des Amtes Fridau, des Niederen Amtes der aufgelösten Vogtei Bechburg, nach Westen ins Gäu aus: Wangen bei O., Rickenbach, Hägendorf, Kappel, Gunzgen, Boningen, Fulenbach zählen seither zum Bez. O. Das entsprach dem Gebiet der ehem. Stadtschreiberei, die von Solothurn 1540 als eine von drei Landschreibereien zur Abwicklung von Notariatsgeschäften eingerichtet worden war. Während der Mediation blieb dieses Gebiet, nunmehr Bezirk genannt und aufgeteilt in vier Wahlkreise, sog. "Quartiere", bestehen. Seit der Restaurationsverfassung von 1814 umfasst der Bez. O. neben der Stadt nur noch die Gem. der ehem. Ämter Werd und Fridau, während die heutige Amtei O.-Gösgen das ganze Gebiet der ehem. Stadtschreiberei einschliesst.


Literatur
– F. Eggenschwiler, Die territoriale Entwicklung des Kt. Solothurn, 1916, 126-146
– L. Altermatt, Der Kt. Solothurn in der Mediationszeit, 1929, 61
SolGesch. 2, 155-160
– P. Schärer, «Stadt und Distrikt O. in der Helvetik», in JbSolG 52, 1979, 65-70

Autorin/Autor: André Schluchter