Bucheggberg

Adelsherrschaft bis 1391, solothurn. Landvogtei bis 1798, 1803-30 Amtei und seit 1831 Bez. SO. Während der Helvetik Teil des Distrikts Biberist, bildete der Bez. B. ab 1831 mit Kriegstetten eine Amtei (seit 1988 Amtei B.-Wasseramt). Die einstige Herrschaft der Gf. von Buchegg in der Landgrafschaft Burgund gelangte nach dem Tod Hugos 1347 zusammen mit Balmegg in den Besitz der Senn von Münsingen und wurde 1391 samt der Teufelsburg (Gem. Rüti bei Büren) von Elisabeth Senn, verwitwete von Bechburg, der Stadt Solothurn verkauft. Zu dem als innere Vogtei verwalteten Gebiet, dessen Hochgerichtsbarkeit 1391 bei den Gf. von Kyburg und ab 1406 bei Bern lag, kamen 1410/12 die Herrschaft Messen (bis 1665 mit Etzelkofen), 1470 Aetingen, 1539 Lüsslingen und Nennigkofen hinzu. Gestützt auf seine Hoheitsrechte setzte Bern im B. die Reformation durch. 1539 wurden die kirchl. Verhältnisse zwischen Bern und Solothurn vertraglich festgehalten, die Aufsicht über die Sittenzucht blieb bei Solothurn (Berns Chorgericht bestand nur von 1818 bis 1831). Im Wyniger Vertrag von 1665 wurden Zollabgaben, landesherrl. Rechte und kirchl. Angelegenheiten neu geregelt sowie versch. Gerichtsrechte abgetauscht. Die Vogtei B. zerfiel in vier Gerichte (Lüsslingen, Schnottwil, Messen, Aetingen), was in der Struktur der heutigen Kirchgemeinde fortlebt: Lüsslingen mit Nennigkofen, Lüterkofen und Ichertswil; Schnottwil mit Lüterswil, Biezwil und Gossliwil; Messen mit Brunnenthal, Balm bei Messen, Gächliwil und ab 1665 Oberramsern; Aetingen mit Tscheppach, Mühledorf, Kyburg-Buchegg, Brügglen, Unterramsern, Küttigkofen, Hessigkofen und Aetigkofen.

Im Unterschied zu den übrigen Vogteien war im B. und im Wasseramt die Allmendnutzung während Jahrhunderten nach dem Realprinzip geregelt. Nach dem Erlass eines Gesetzes 1836 über Rechtsamewaldbenützung in den beiden Bezirken kam es zu Streitigkeiten, die bis 1848 dauerten. Hierauf gingen die Waldungen an die Gemeinden über, z.T. aber auch an frühere Rechtsamebesitzer. Noch heute wird im B. intensiv Landwirtschaft betrieben. Der Bez. B. umfasst heute 21 Gemeinden.


Literatur
– F. Eggenschwiler, Die territoriale Entwicklung des Kt. Solothurn, 1916, 79-88
– L. Altermatt, Der Kt. Solothurn in der Mediationszeit, 1803-1813, 1929
– O. Noser, Beitr. zur Landwirtschaftsgesch. Solothurns im Ancien Régime, Liz. Basel, 1978
SolGesch. 3
– P. Lätt, Buchegg und die Buchegger, 1984

Autorin/Autor: Othmar Noser