Dorneck

Burg und bis 1485 bzw. 1502 Adelsherrschaft, bis 1798 solothurn. Landvogtei, 1803-31 Oberamtei und seit 1831 Bez. SO. Die Bez. D. und Thierstein bilden zusammen die Amtei D.-Thierstein, welcher auch der helvet. Distrikt Dornach (1798-1803) entsprach.

Die erstmals 1360 erw. Burg D. liegt östl. von Dornach auf einer breiten Felsrippe. Bodenfunde reichen ins 11. Jh. zurück. vermutlich war die Burg eine Gründung des Hauses Saugern-Pfeffingen und wurde um 1180 an die Gf. von Thierstein vererbt. Über ihre allfällige Zerstörung im Erdbeben von 1356 ist nichts Sicheres bekannt. 1360 gab Gf. Sigmund von Thierstein-Farnsburg die Feste mit allen Rechten Hzg. Rudolf IV. von Habsburg-Österreich auf und empfing sie als Erblehen zurück. 1394 fiel die Burg als österr. Pfand an Henmann von Efringen. Da das Pfand nicht mehr ausgelöst wurde, gingen die Rechte in den Besitz der Efringer über. 1485 verkaufte Bernhard von Efringen die Burg an Solothurn, das 1502 durch den Kauf der thierstein. Rechte die volle Landeshoheit erlangte und einen Landvogteisitz einrichtete. Die Landvogtei umfasste die Dörfer Dornach, Gempen (Erwerb durch Solothurn 1485/1502), Seewen (1487), Büren (1502), Hochwald (1509), Nuglar-St. Pantaleon (1522, im 16. Jh. kurz in der Vogtei Thierstein), Rodersdorf, Hofstetten, Flüh, Mariastein und Witterswil (alle 1515) sowie Bättwil (1527). Nach der Schlacht bei Dornach (1499) und den Bauernunruhen von 1525 baute Solothurn die Burg in eine Festung um. 1798 erlitt diese bei der Einnahme durch franz. Truppen schwere Schäden. In der Folge wurde der als franz. Nationalgut veräusserte Bau zum Steinbruch. 1903 schenkte die Gem. Dornach die Ruine dem Kt. Solothurn, der sie 1935 unter Denkmalschutz stellte (Restaurierungen 1903, 1932-36, 1998-99). Der Bez. D., der sich mit der ehem. Landvogtei deckt, ist heute Teil der Regio Basiliensis. Sein Hauptort ist Dornach.


Literatur
SolGesch 1-4/I
– W. Meyer, Burgen von A bis Z, 1981
– G. Faccani, «Zur Baugesch. der Burgruine D. bei Dornach», in MA, Nr. 2, 1999, 41-60

Autorin/Autor: Anna C. Fridrich